Kleine Autos mit grossen Geschichten

Meisterschwanden Vom 1. bis 3. Mai versammelten sich rund 120 Besitzer von Kleinstfahrzeugen bei der Mehrzweckhalle in Meisterschwanden. Bunte Fahrzeuge, grosser Zusammenhalt und spannende Geschichten prägten das Treffen.

Kleine Bijous in Meisti.Foto: Debora Hugentobler

Kleine Bijous in Meisti.Foto: Debora Hugentobler

Peter in seiner «Knutschkugel».Foto: DHu

Peter in seiner «Knutschkugel».Foto: DHu

Aus dem Weg! Die Zwergeneinfahrt bitte freilassen.Foto: Debora Hugentobler

Aus dem Weg! Die Zwergeneinfahrt bitte freilassen.Foto: Debora Hugentobler

Das Wochenende bot ein abwechslungsreiches Programm, unter anderem mit grosser Rallye, Teilemarkt, Showfahrt und Galaabend mit Elvis-Imitator. Unter den 35 vertretenen Automarken war auch der BMW von Peter aus Appenzell zu sehen. Knapp vier Stunden reiste er mit seiner «Knutschkugel» an den Hallwilersee – einem Fahrzeug mit nach vorne öffnender Tür, dessen Name auf den engen Innenraum zurückgeht. Das Auto aus dem Jahr 1959 gehörte einst seinem Nachbarn, der es ihm im Alter von 80 Jahren auf Wunsch verkaufte. Seither ist Peter viel mit dem Microcar unterwegs, vor allem auf Pässen. Bergab erreicht er rund 60 Stundenkilokmeter, bergauf 20. Übernachtet wird im kleinen Anhänger, den er gemeinsam mit seiner Frau für Kurzurlaube – etwa am Bodensee oder in Österreich – nutzt.

Reparieren in Eigenregie

«Man hat immer mal wieder etwas zu reparieren», sagt Peter. Er erzählt von einer Talfahrt über einen Pass, bei der die Bremsen plötzlich versagten – verursacht durch ein Loch im Bremsschlauch. Er schaffte es nach Hause und reparierte den Schaden selbst – denn Automechaniker kennen sich mit diesen Fahrzeugen nicht aus. Ersatzteile für sein Modell lassen sich in Deutschland bestellen – Besitzer von selteneren Modellen bedienten sich am Teilemarkt. Alle sechs Jahre muss der Veteran zur MFK, wobei Peter auch schon gefragt wurde, worauf überhaupt zu achten sei.

Der Reiz: Gemütlichkeit

Sein Hobby lebt er – wie viele andere – im Microcar-Club aus mit jährlichen Treffen und monatlichen Höcks. Der besondere Reiz eines Kleinstfahrzeugs liege in der Gemütlichkeit, sagt Peter. Eine Passfahrt sei pure Entschleunigung: «Bergauf überhole ich viele Autos. Zuerst werde ich zwar überholt, aber dann warten sie am Strassenrand, um zu fotografieren, wenn ich vorbeifahre.» Unterwegs mit einem Microcar begegne er stets freundlichen Gesichtern und applaudierenden Passanten. Denn das Hobby bereitet sowohl den Fahrern als auch den Zuschauern nach wie vor Freude.

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