Kann ein tiefer Steuerfuss erbuddelt werden?

Sarmenstorf Was macht möglicher schneller Reichtum mit Leuten? Das Theater «Grabenstorf» geht der Frage parabelartig nach und feierte in einer Grube glanzvolle Premiere. Bis am 23. September folgen weitere 12 Vorstellungen.

Graben macht glücklich, aber auch reich? Szene aus dem Theater «Grabenstorf». Foto: Henry Schulz

Graben macht glücklich, aber auch reich? Szene aus dem Theater «Grabenstorf». Foto: Henry Schulz

Am Heigele-Meter: Zach Bickel (Regula Hurter) und Balz Schaufelbühl (Thomas Marbach). Foto: Henry Schulz

Am Heigele-Meter: Zach Bickel (Regula Hurter) und Balz Schaufelbühl (Thomas Marbach). Foto: Henry Schulz

Meister des grossen Auftritts: Manfred «Grabowski» Graber (Hans Melliger), hier mit Barbara «Bagger-Barbara» Gruber (Petra Stutz). Foto: Henry Schulz

Meister des grossen Auftritts: Manfred «Grabowski» Graber (Hans Melliger), hier mit Barbara «Bagger-Barbara» Gruber (Petra Stutz). Foto: Henry Schulz

Taucht im Stück immer wieder auf: Running Gag (Pascal Meier). Foto: Henry Schulz

Taucht im Stück immer wieder auf: Running Gag (Pascal Meier). Foto: Henry Schulz

Bodenschätze mehren Reichtum der damit gesegneten Gesellschaften. Dies gilt auch für das fiktive Dorf Grabenstorf, das dem dritten Theater zu Sarmenstorfer Historia den Namen gegeben hat. Anlehnend an den ausgefuchsten Waldschratt Jakob Heigele, der hier in der Wendelinskapelle hauste, haben die Grabenstorfer ein Geschäftsmodell entwickelt, die eigene Erde unter dem Namen «terra mistica» als heilsbringendes Elixier zu vermarkten.

Im glücklich machenden Dreck kann gewühlt werden und der Erlös soll dem maroden Dorf die weitere Selbstständigkeit ermöglichen und den Wunschzettel der Vereine Realität werden lassen. «Grabowski», der von Co-Produktionsleiter Hans Melliger eindrücklich gespielte ehemalige Firmensanierer, schürt mit seinem Business-Vokabular die Träume: Verspricht etwa drei Seniorinnen italienische Sportwagen und feuert die von der grossen Nachfrage überforderte «terra mistica»-Industrie weiter an.

Doch: Kann ein tiefer Steuerfuss erbuddelt werden? Ist das Geschäft mit der magischen Erde doch eher auf Sand gebaut? Wie bei einem Stück von Autor Jörg Meier erwartet werden kann, wird das Streben nach dem einfachen Glück massiv eingebremst. Der Stoff wurde von Regisseurin Eva Mann in der einmaligen Baugrube kongenial inszeniert. Jonas Arnet lieferte die passenden Musikarrangements und Martin Brun setzte die rund zwei Dutzend Laienschauspieler ins richtige Licht.

Erstaunlich, über welch grosses Reservoir an talentierten Darstellern ein 3000-Seelen-Dorf wie Sarmenstorf verfügt. Alle wurden passend eingesetzt, gingen in ihren Rollen auf, und so hatte das Premierenpublikum seinen Spass. Ein rundum gelungener Abend konnte danach an der «grabBar» mit einem «Wühlkopf» gefeiert werden.

Weitere Vorstellungen: 26., 27. und 31. August, 2., 3., 9., 10., 14., 16., 17., 21. und 23. September. – Internet: www.grabenstorf.ch.

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