Im Salon Franziska Romana schliesst sich der Duftkreis

Schloss Hallwyl Während einer Woche inszenierten renommierte Parfümeure fünf Räume mit speziellen Düften. Einer von ihnen ist Alexander Lauber von «Wiener Blut».

Beduftet und in farbiges Licht gesetzt: Alexander Lauber von «Wiener Blut» im Salon Franziska Romana auf Schloss Hallwyl. Foto: Fritz Thut
Beduftet und in farbiges Licht gesetzt: Alexander Lauber von «Wiener Blut» im Salon Franziska Romana auf Schloss Hallwyl. Foto: Fritz Thut

Für das Projekt «Duft und Raum» auf Schloss Hallwyl arbeitete Museum Aargau mit dem Verein Scent-Festival zusammen. Während einer Woche konnten Besucher gegen einen kleinen Aufpreis in die spezielle Welt der Düfte und Parfüms eintauchen.

Nicht nur wurden fünf historischen Figuren der Hallwyl-Familie gewidmete Räume mit einem eigens kreierten Duft «bespielt», es gab während der von Experten geleiteten Führungen zudem viel über eine Branche zu entdecken, die oft ebenso unscheinbar operiert, wie die Düfte unsichtbar sind.

Komplexe Noten aus elf Tönen

Einer der Exponenten, die man kennen lernen konnte, war der in Wien wohnhafte Alexander Lauber. Er ist Gründer und Creative Director der Marke «Wiener Blut», die bisher zehn verschiedene Düfte geschaffen hat, die an die goldenen Zeiten der österreichischen Monarchie erinnern sollen.

Zusammen mit Mark Buxton, einer in Hamburg aufgewachsenen und durch eine «Wetten dass»-Wette bekannt gewordenen «Nase», mit dem er bei «Wiener Blut» zusammenarbeitet, beduftete Lauber gleich zwei der fünf Schlossräume. Das Duo bespielte die Fischerei von Dietrich von Hallwyl, wo man das Klimt-Bild «Fischerblut» unter anderem mit Rhabarber, Haselnuss, Veilchen und Sandelholz umsetzte.

Im Salon Franziska Romana, die im 18. Jahrhundert aus Wien aufs Schloss Hallwyl flüchtete, schliesst sich der Duftkreis. Auch hier widerstanden Lauber und Braxton der Versuchung, die Thematik des Raumes allzu plump umzusetzen. «Herzblut» heisst die aus elf Tönen, wie etwa Geranium, Zeder, Seerose und Tonkabohne, zusammengesetzte Duftnote. «Wir wollten einen andern Zugang finden und etwas nicht Naheliegendes anstreben», verriet Lauber im Duft-Talk mit Chefkurator Rudolf Velhagen.

Hier liess sich der «Wiener Blut»-Chef zudem entlocken, dass man an einem elften Parfüm arbeite: «Dies ist ein langwieriger Prozess. Erst wenn ich hundertprozentig zufrieden bin, gehen wir damit auf den Markt; voraussichtlich 2023.»

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