Huldigung an den Lenzburger Teufelskerl Frank Wedekind

Seetal Die neueste Collage des Ensembles «Fledermäuse» vor der Wirtschaft Niesenberg ist Frank Wedekind gewidmet. Der Dichter zog vor 150 Jahren aufs Schloss Lenzburg und hinterliess im Städtchen Spuren.

Spannen zum achten Mal zusammen: «Fledermaus»-Autorin Hanna Matti und «Niesenberg»-Wirt Jürg Meyer vor der Spielfläche. Foto: Fritz Thut
Spannen zum achten Mal zusammen: «Fledermaus»-Autorin Hanna Matti und «Niesenberg»-Wirt Jürg Meyer vor der Spielfläche. Foto: Fritz Thut

Die «Fledermäuse» um die Seenger Autorin und Regisseurin Hanna Matti befassten sich schon einmal, 2003, mit «Die Tantenjahre eines Teufelskerls» mit dem berühmt-berüchtigten Wedekind. Nun folgt auf der Freilichtbühne beim «Niesenberg» quasi die Fortsetzung.

«Nicht der Dramatiker Wedekind steht diesmal im Vordergrund. Ich versuche, den bunt schillernden Künstler darzustellen», schildert Matti die Stossrichtung ihrer neuesten Collage. Entsprechend vieldeutig ist der Titel «abARTiger Teufelskerl» gewählt.

Wie gewohnt eingebettet in gängige Operetten- und Opernmelodien werden verschiedene Aspekte rund um den Autor von «Frühlings Erwachen» und andern erotisch angehauchten Werken dargestellt. Matti hat sich mit der Lektüre von verschiedenen Biografien schlaugemacht über Charakter und Wirken von Wedekind, der schon als Kantischüler in Lenzburg und Aarau – dezent formuliert – für Gesprächsstoff sorgte.

«Wedekind hatte verschiedene Lebensebenen und war von seinen Lenzburger Jugendjahren geprägt», so Matti: «Der Umgang mit dem weiblichen Körper war für ihn verhängnisvoll.» Die von einem feinen Dreigänger aus der «Niesenberg»-Küche begleitete Collage wird jedoch keinesfalls zu einer schwergewichtigen Psychoanalyse von Wedekind.

In zwei Akten werden verschiedene Bilder aus den Sturm-und-Drang-Jahren des jungen Benjamin Franklin Wedekind gezeichnet. Es kommen Begleiterinnen zu Wort; auch seine Jugendfreundin Sophie Haemmerli-Marti steuert Texte bei. Und natürlich fehlen Wedekinds frech-frivole Bänkellieder nicht.

Achte Collage beim «Niesenberg»

Die Produktion «abARTiger Teufelskerl» ist bereits die achte Collage, die vor der Wirtschaft Niesenberg über die temporäre Bühne im lauschigen Hof geht. Fixiert sind ab dem 29. Juli vier Vorstellungen (vgl. Kasten), wobei sich Wirt Jürg Meyer ein Hintertürchen offenlässt: «Bei grosser Nachfrage sind weitere Vorstellungen denkbar.»

Doch nun geht es darum, die jeweils rund 240 Plätze zu verkaufen. «Der Vorverkauf ist nicht schlecht angelaufen», so Meyer: «Es gibt eine grosse Stammkundschaft, die jedes Mal kommt.»

Vier Vorstellungen

Die Musikcollage «abARTiger Teufelskerl» des Ensembles «Fledermäuse» vor der Wirtschaft Niesenberg in Oberniesenberg/Kallern ist an folgenden Daten zu sehen: Freitag, 29. Juli (Premiere), Sonntag, 31. Juli, Dienstag, 2. August, Mittwoch, 3. August. Es gibt Verschiebedaten bei Regen. Der Apéro startet um 18.30 Uhr, die Aufführung um 19 Uhr. Buchungen Montag bis Freitag von 9 bis 11 und 16 bis 20 Uhr über Telefon 079 217 06 35.(lba)

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