Gemeinde im budgetlosen Zustand: Jugendfest abgesagt

Meisterschwanden Das langersehnte Jugendfest Meisterschwanden vom 26. und 27. Juni findet nicht statt. Die Absage ist kein politischer Entscheid des Gemeinderats, sondern eine gesetzlicheFolge des budgetlosen Zustands nach der Abstimmung vom 8. März.

Vizepräsidentin Nicole Lanz.Foto: zvg
Vizepräsidentin Nicole Lanz.Foto: zvg

Bereits im Vorfeld hat der Gemeinderat mit der Gemeindeabteilung des Kantons abgeklärt, welche Folgen eine Ablehnung des Budgets mit sich bringen würde. Vizepräsidentin Nicole Lanz erklärt: «Das Budget ist untrennbar mit dem Steuerfuss verbunden.» Nach der Ablehnung gilt daher nicht automatisch das Budget 2026 mit dem bisherigen Steuerfuss von 60 Prozent weiter. Ohne genehmigtes Budget dürfen lediglich notwendige Ausgaben für den laufenden Verwaltungsbetrieb getätigt werden. Dabei wurde klar festgehalten, dass ein Jugendfest nicht zu den gesetzlich zwingenden Ausgaben einer Gemeinde gehört. Vom budgetlosen Zustand ist jedoch nicht nur das Jugendfest betroffen, sondern auch zahlreiche weitere Budgetposten. Der Gemeinderat betont deshalb, dass es sich bei der Absage nicht um einen politischen Entscheid handelt, sondern um eine rechtliche Konsequenz. Die Situation bedauere er sehr. Sein Dank gilt dem Jugendfestkomitee, den Vereinen sowie zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfern, die bereits viel Zeit und Engagement in die Planung investiert haben. Die Künstlerinnen und Künstler, die bereits für das Fest verpflichtet worden waren, reagierten laut Nicole Lanz verständnisvoll auf die Situation, auch wenn sie diese ebenfalls bedauern.

Gesetzliche Vorgaben lassen keinen Handlungsspielraum

Bereits 2021 musste das Jugendfest aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Für viele Kinder und Jugendliche wäre das Fest 2026 somit die erste Gelegenheit gewesen, ein Jugendfest während ihrer Schulzeit zu erleben. Der Gemeinderat betont, dass bei der Budgetplanung nie zur Diskussion stand, auf das Fest zu verzichten. Umso tragischer sei es nun, dass der budgetlose Zustand die Durchführung verunmögliche. Auch eine kleinere oder kostengünstigere Variante sei in diesem Zustand nicht planbar. Denn ohne genehmigtes Budget dürfen keine entsprechenden Ausgaben ausgelöst werden. «Wir haben grosses Verständnis dafür, dass dieser Entscheid bei vielen Menschen Enttäuschung oder Unverständnis auslösen kann», so Lanz.

Eine dauerhafte Einstellung des Jugendfests kommt für den Gemeinderat nicht infrage. Derzeit wird geprüft, ob das Jugendfest 2027 nachgeholt werden kann. Voraussetzung dafür wäre, dass das Budget 2027 an der Gemeindeversammlung im November 2026 angenommen wird.

Schulfest statt Jugendfest

Ganz ohne Feier sollen die Kinder dennoch nicht bleiben. Das ursprünglich für den Freitag geplante Programm kann in der Schule grösstenteils übernommen und kostenneutral umgesetzt werden. Nicole Lanz sagt: «Auch wenn das grosse Jugendfest dieses Jahr leider nicht stattfinden kann, dürfen sich die Kinder trotzdem auf ein schönes, erlebnisreiches und spielerisches Schulfest am 26. Juni freuen.»

Weitere Artikel zu «Seetal-Lindenberg», die sie interessieren könnten

Teilen sich das Co-Amt: Sarah Hunziker und Alexandra Weber.Foto: zvg
Seetal-Lindenberg18.03.2026

Neubesetzung der Gemeindeschreiberstelle im Co-Amt

Egliswil Die bisherige Gemeindeschreiberin Sabrina Siegrist hat ihre Stelle per Ende Juni gekündigt. Der Gemeinderat hat sich in der Folge gemeinsam mit den…

Ein Blick in den Herzwurzel-Shop.Foto: VSc
Seetal-Lindenberg18.03.2026

Mit viel Herzblut und Engagement – Das Haubu-Huus feiert am 21. März Geburtstag

Hallwil Vor gut eineinhalb Jahren rumpelte und polterte es ordentlich in Hallwil – dort, wo früher Stumpen hergestellt wurden, entstand das Haubu-Huus. Ein Ort…
Der «Seener Männerstamm» besichtigte das Festungswerk in Vitznau.Foto:zvg
Seetal-Lindenberg18.03.2026

«Seener Männerstamm» auf militärhistorischen Pfaden

Seon Für den März-Anlass des «Seener Männerstamms» lud der Vorstand seine Mitglieder zu einer Reise in die jüngere Geschichte der Schweiz ein. Es ging nach…