Das Ende der Ära Hauri im «Rebstock»

Seengen Mit dem ersten Semester 2022 ging auch die Ära der Familie Hauri im bekannten Restaurant Rebstock zu Ende. Mit viel Wehmut.

Geschafft: Die Wirtefamilien Hauri am Ende des letzten Tages im «Rebstock», Peter Bachmann, Christine Bachmann-Hauri, Hans-Peter Hauri, Irène Gloor-Hauri und Erich Gloor. Foto: Fritz Thut
Geschafft: Die Wirtefamilien Hauri am Ende des letzten Tages im «Rebstock», Peter Bachmann, Christine Bachmann-Hauri, Hans-Peter Hauri, Irène Gloor-Hauri und Erich Gloor. Foto: Fritz Thut

Seit letztem Oktober ist bekannt, dass Familie Hauri den weit über die Seetaler Grenzen hinaus bekannten «Rebstock» verlässt. Die gastronomische Institution wurde an die in der Region bestens bekannten Rolf Kasper und Philipp Gloor verkauft.

Unaufhaltsam rückte der Termin der Handänderung näher. Und nun war er da. Am letzten Donnerstag waren die Vertreter der zweiten Generation Hauri letztmals im eigenen Betrieb im Einsatz: Irène und Erich Gloor-Hauri, Christine und Peter Bachmann-Hauri und Hans-Peter Hauri als Küchenchef.

Die drei Geschwister hatten den Betrieb (Restaurant und Metzgerei) 1990 von ihren Eltern Hans und Lisette Hauri-Beeler übernommen, die ihn 1955 erworben hatten. «Die letzten 32 Jahre haben wir die Geschicke des ‹Rebstock› geleitet und verabschieden uns nun am 30. Juni 2022», stand auf dem Kärtchen zum Abschiedsmenü.

Zum passenden Preis von discountmässigen 32 Franken gabs da nochmals Rindsfilet an grüner Pfeffersauce mit Pommes frites oder Kalbsschnitzel an Champignonrahmsauce mit Nudeln; beides flankiert von grünem Salat (mit der unübertrefflichen Sauce) und einem ideal-weichen Eiskaffee mit Schlagrahm.

Wie viele andere Speisen, denen die Metzgerei im eigenen Haus extrem zugute kam, sind dies alles Klassiker aus der «Rebstock»-Küche, für die manche von weit her regelmässig nach Seengen pilgerten. Und typisch für das bedingungslose Qualitätsbewusstsein, das die jungen Hauris von ihren Eltern geerbt haben, war von Ausplempern nichts zu spüren: Am letzten Tag übertraf sich die Küchencrew nochmals selbst und lieferte das Rindsfilet sekundengenau wie gewünscht «à point» und «saignant».

Wie um von der spätestens beim Dessert aufkommenden Wehmut abzulenken, spielte zum Abschied eine Zweiercombo auf. Nicht falsch, aber unpassend wurde da «Griechischer Wein» angestimmt. Solcher war hier nie ausgeschenkt worden. Man blieb der eigenen Scholle weitgehend treu; lieferte an Trank und Speis, was man kannte und beherrschte.

Nun ist der «Rebstock» geschlossen, bis er am 4. August unter Leitung von Karina Wodrich neu öffnet. Auf einem weiteren Tischkärtchen verabschiedeten sich die Hauris: «Of Wederluege, möched Sie’s guet. Wir sagen Dankeschön für die vielen Jahre Ihrer Treue. Wir werden Sie vermissen.» Und wir sie erst.

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