Ausflug in die Zauberwelt der (Sommer-)Vögel

<em>Hohe Aufmerksamkeit: </em>Teilnehmer folgen Ausführungen von Claude Müller Foto: Esther Thut
<em>Hohe Aufmerksamkeit: </em>Teilnehmer folgen Ausführungen von Claude Müller Foto: Esther Thut

Egliswil «Zauberwelt der Vögel und Schmetterlinge am Jura-Südfuss» lautete der Titel auf der Einladung zur Exkursion des Natur- und Vogelschutzvereins Egliswil nach Herbetswil. Und dieser Titel war nicht übertreiben. Was die Teilnehmer im Gebiet des Vorderen Brandbergs erlebten, übertraf alle Erwartungen.

Claude Müller aus Lenzburg, den die Egliswiler von der Schmetterlingsexkursion im letzten Jahr kannten, führte durch eine intakte Naturlandschaft, wie sie wohl nur noch selten anzutreffen ist. Herrlich blühende Magerwiesen durchsetzt mit vielen Büschen, kleinen Hecken und Rosensträuchern, eine extensiv geführte Landwirtschaft mit Beweidung der Wiesen und natürlich auch die guten klimatischen Bedingungen am Fuss der zweiten Jurakette bilden die Basis für eine Naturlandschaft der Extraklasse.

Bei so vielen Kleinstrukturen und Blumen zeigt sich die Natur in einer Vielfalt, wie man sie in den landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten des Mittellandes nicht mehr findet. Auch Bodenbrüter haben noch eine Chance: So konnten die Heidelerche, der Berglaubsänger und der Baumpieper beobachtet oder zumindest gehört werden. Auch die Goldammer zeigte sich in vollster Pracht, immer wieder konnten Neuntöter beobachtet werden und als kleine Sensation konnte ein Teilnehmer sogar den Pirol im Flug erkennen.

Natürlich konnten nicht nur Vögel beobachtet werden. Die wunderbaren Blumenwiesen sind auch ein Paradies für Schmetterlinge, nicht weniger als 20 Arten konnten festgestellt werden, davon viele, die in der Heimatregion schon längst verschwunden sind. Stiefmütterchen-Perlmuttfalter, Hainveilchen-Perlmuttfalter, Wegerich-Scheckenfalter, Himmelblauer Bläuling, Braunauge, Purpur-Widderchen sind nur einige Arten, die die Teilnehmer an diesem Tag erfreuten.

Auch die Blumenfreunde kamen nicht zu kurz. Mehrere Orchideenarten, zum Beispiel das Weisse Waldvögelein, die Pyramidenorchis oder die Kugelorchis, erfreuten die Gäste aus Egliswil. Mit dem Ackerwachtelweizen oder der Knäuelblütigen Glockenblume zeigten sich auch andere Arten, welche typisch sind für kalkreiche trockene Wiesen.

Die Zeit verging im Nu und alle Teilnehmer waren sich einig: Man durfte einen Tag in einer einzigartigen Naturlandschaft erleben und wahrhaft in eine Zauberwelt eintauchen. (tth)

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