WM-Gaudi fürs Dorf

Staufen Was in Katars WM-Stadien nicht geht, funktioniert in Staufen bestens: gemeinsam Fussball schauen und Bier trinken.

Bilden das OK des Public Viewings: Linda Cali (links) mit Tochter Céline, Patrick Rohr und Regula Furer. Foto: Romi Schmid
Bilden das OK des Public Viewings: Linda Cali (links) mit Tochter Céline, Patrick Rohr und Regula Furer. Foto: Romi Schmid

Vom 20. November bis 18. Dezember verwandelt der Verein GLuT – er steht für Geselligkeit, Lebenslust und Tradition – die Mehrzweckhalle Staufen in ein Mekka für Fussballfreunde.

Es gibt viele Gründe, die Fussballweltmeisterschaft in Katar abzulehnen: die Menschenrechtsverletzungen, die zweifelhafte Vergabe des Turniers oder die Missachtung der Frauenrechte durch den Wüstenstaat. Auch beim Verein GLuT hat man sich darüber Gedanken gemacht, auf ein Public Viewing zu verzichten, aber: «Einen Boykott haben wir für uns ausgeschlossen», sagt OK-Mitglied Linda Cali. «Uns geht es ums Zusammensein, wir möchten mit unserem Angebot einen Treffpunkt für die Bevölkerung im Dorf schaffen», sagt sie.

Gezeigt werden – wenn möglich – alle Abendspiele der Fussballweltmeisterschaft und die Spiele der Schweizer Nati.

Glühwein und Kafi Schnaps

Dass die WM dieses Jahr im Winter stattfindet, ist für viele nur schwer zu verdauen. Im Verein GLuT nimmt man es gelassen – auch wenn das Public Viewing mitten in die ohnehin für viele stressige Adventszeit fällt und durch die Winter-WM die Sommerstimmung mit Bier und Wurst wegfällt. Der Verein macht das Beste aus der Situation, ausgeschenkt werden zum obligaten Bier auch Glühwein und Kafi Schnaps. Auf einer grossen Leinwand im Innern der Mehrzweckhalle, die rund 100 Personen fassen kann, lassen sich die Spiele mitverfolgen. Cali scheint die Stimmung anders als in anderen Jahren. «Die Euphorie hält sich noch in Grenzen, aber spätestens, wenn die Schweizer Nationalmannschaft spielt, kommt sie dann sicher hervor», hofft sie.

Im Verein hofft man, dass das Public Viewing bei den Vereinsmitgliedern und der Staufner Dorfbevölkerung Anklang findet – aber auch, dass nicht zu viele auf einmal kommen. Denn: Das Public-Viewing-Angebot in der Region ist mager. Wie viele Leute sich die Spiele tatsächlich anschauen werden, ist für Cali von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. «Der Event hat sich über die Jahre im Dorf etabliert. Wir werden sehen, wie es sich dieses Jahr entwickelt», so Cali.

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