Vom hässlichsten Kasten zur schönstenTrafostation in der Region

Brunegg Ein Regionalcenter-Leiter mit einer Idee, ein Graffiti-Künstler mit der Spraydose, ein Schulleiter mit offenen Ohren und eine Lehrperson mit dem vorhandenen Willen – und schon ist der Weg offen für ein tolles Projekt.

Nur zufriedene Gesichter: Die Verantwortlichen des gelungenen Projekts sind stolz auf die schönste Trafostation.Fotos: Peter Winkelmann

Nur zufriedene Gesichter: Die Verantwortlichen des gelungenen Projekts sind stolz auf die schönste Trafostation.Fotos: Peter Winkelmann

Die Graffiti können sich sehen lassen.

Die Graffiti können sich sehen lassen.

«Zäme om d’Wält»: Der Eingang in die Trafostation.

«Zäme om d’Wält»: Der Eingang in die Trafostation.

Lukas Mösch, Leiter AEW-Regionalcenter Lenzburg, beschäftigte sich schon länger mit dem Gedanken, wie die Trafostation hinter der Vianco Arena in Brunegg wieder anschaulicher werden könnte. «Es war die hässlichste Trafostation im ganzen Kanton», meinte er an der Eröffnungsfeier vom Montag, 8. Juni, «aber was nun hier entstanden ist, macht mich richtig glücklich.» Offene Ohren fand Mösch bei Patrick Geiger, Schulleiter der Heilpädagogischen Sonderschule Lenzburg (HPS) und vor allem beim bestbekannten Graffiti-Künstler Raphael Fahrni aus Tennwil. In diversen Vorbereitungs-Workshops machte sich Fahrni mit zwei Klassen der obersten Schulstufe (Zyklus 3) der HPS, geführt von Lehrperson Jonathan Geiger, an die für ihn erlebnisreiche Aufgabe ran. «Das Arbeiten mit den Schulkindern der HPS war herausfordernd, aber auch sehr lehrreich für mich», bestätigte er vor Ort. Auch Patrick Geiger stiess ins gleiche Horn: «Als Schule für Jugendliche mit kognitiver Beeinträchtigung war das ein riesiges und sehr schönes Projekt, das wir hier nun zu sehen bekommen.»

«Zäme om d’Wält und om de Planet»

Als kurz nach halb drei Uhr die Umhüllung entfernt wurde, gab es viel Applaus von den Anwesenden, die Augen der jungen Künstler glänzten und einige tanzten wild herum. Nach kurzen Ansprachen und dem gemeinsam gesungenen Lied «Zäme om d’Wält» von Fraui erzählten vier der jungen Sprayer, wie sie die lange Zeit vom Start bis zum heutigen Tag erlebt haben. «Das Sprayprojekt war cool, Raphael Fahrni ist auch cool», meinte Almir, «ich habe sehr coole Sachen gesprayt, was mir Spass machte.» Für Georgios war der Tag, als sie das Trafohäuschen besprayen durften, am spannendsten: «Wir hatten vier Gruppen, zwei sprayten am Freitag, 29. Mai, die anderen am Montag darauf und es war sehr heiss, aber für mich war es gut, weil ich so malen gelernt habe.» Für Simon ist Raphi, der ihnen das Graffitisprayen beibrachte, eine tolle Person: «Das Wetter war schön, die Sonne schien und Raphi war immer sehr lustig.» Genau auf den Punkt gebracht hat es Schüler Lukas: «Es war toll zu sprayen, es hat aber keinen Spass gemacht, sondern es hat sehr, sehr, sehr viel Spass gemacht.» Ein kurzer Spaziergang der Bahnlinie und der Vianco Arena entlang lohnt sich – denn dort steht nun die schönste Trafostation im Aargau.

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