Familienverein Chestenberg auf der Suchenach neuem Präsidium

Region Der Familienverein Chestenberg ist aus dem Dorfleben von Möriken-Wildegg, Holderbank und Brunegg kaum wegzudenken. Über 70 Familien, ein dichtes Netz an Angeboten und unzählige ehrenamtliche Stunden stehen dahinter. Seit mehreren Jahren prägen Susanne Gisi und Simone Kuprecht den Verein entscheidend mit – doch per Juli 2026 geben sie das Co-Präsidium ab.

Vorstand Familienverein Chestenberg: Susanne Gisi, Simone Kuprecht, Manuela Liniger, Flavia Mastore, Walburga Senn. Es fehlen: Mirjam Lang  und Stephanie Thut.Foto: zvg
Vorstand Familienverein Chestenberg: Susanne Gisi, Simone Kuprecht, Manuela Liniger, Flavia Mastore, Walburga Senn. Es fehlen: Mirjam Lang und Stephanie Thut.Foto: zvg

Als 2024 das Präsidium des Familienvereins Chestenberg vakant wurde, stand für Susanne Gisi fest: Eine Auflösung sollte keine Option sein. «Ich wollte nicht, dass der Familienverein Chestenberg aufgelöst wird», sagt sie. Gleichzeitig war für sie klar, dass sie die Verantwortung nicht alleine tragen wollte. Die Lösung fand sich in einer Co-Präsidentschaft – gemeinsam mit Simone Kuprecht.

Auch für Simone Kuprecht war das Teilen der Verantwortung zentral. Als langjährige Kassierin wusste sie, wie umfangreich die Aufgaben sind. «Das Präsidium wollte ich daher nicht alleine übernehmen, damit ich die Verantwortung nicht alleine trage», erklärt sie. Die Doppelspitze habe sich bewährt – nicht nur organisatorisch, sondern auch menschlich.

Beide Frauen engagieren sich seit vielen Jahren im Verein. Susanne Gisi war bereits im damaligen «Muki-Treff» aktiv, heute «mini-treff», und erinnert sich gut an ihre Anfänge: «Ich war zugezogen und wollte mich und meine Kinder integrieren.» Vereinsarbeit habe für sie immer auch mit Miteinander, Offenheit und dem Mut zu neuen Ideen zu tun gehabt. Kuprecht nickt: Auch für sie habe der Wunsch nach Austausch und neuen Kontakten den Ausschlag gegeben. «So ergab sich dann eins nach dem anderen.»

Ein Verein, der verbindet

Heute zählt der Familienverein Chestenberg über 70 Mitgliederfamilien – rund 20 mehr als noch vor einigen Jahren. Für beide Co-Präsidentinnen ist das ein starkes Zeichen. «Das zeigt mir, dass der Verein beliebt ist und geschätzt wird», sagt Susanne Gisi. Für sie persönlich sei daraus weit mehr entstanden als ein Amt: Freundschaften, ein Netzwerk und ein tiefes Verwurzeltsein im Dorf.

Herzstück des Vereins ist der «mini-treff», der jeweils am Montagmorgen stattfindet. Besonders für neu zugezogene Familien sei er wichtig, betonen beide. «Die Kinder lernen andere kennen, kommen vielleicht später gemeinsam in den Kindergarten, und die Eltern können sich austauschen», sagt Simone Kuprecht. Ohne Verpflichtung, niederschwellig – genau das mache den Reiz aus. Dazu kommen weitere Anlässe wie der FerienSpass in den Herbstferien, das Kerzenziehen im November oder die Beteiligung an der Kinderartikelbörse. Viele dieser Angebote würden nicht nur von Mitgliedern, sondern auch von Nichtmitgliedern unterstützt – ein Zeichen für die breite Verankerung des Vereins. Besonders in Erinnerung geblieben ist beiden das Familienfest 2023. Gemeinsam mit anderen Vereinen und Sponsoren sei ein Anlass entstanden, der gezeigt habe, «wie viel möglich ist, wenn viele mithelfen».

Nachfolge gesucht

Dass die beiden Frauen das Präsidium 2026 abgeben, ist ein bewusster Entscheid. Die Kinder sind älter geworden, beruflich haben sich die Prioritäten verschoben. «Mein Kopf war die letzten Jahre zu voll mit freiwilliger Arbeit, Familie und Beruf», sagt Simone Kuprecht. Auch Susanne Gisi spricht davon, Raum für Neues schaffen zu wollen – im Verein wie im eigenen Leben.

Sorgen bereitet beiden die schwierige Nachfolgesuche. Auf öffentliche Aufrufe habe sich niemand gemeldet. «Viele fühlen sich den Aufgaben nicht gewachsen oder haben Angst vor dem Zeitaufwand», sagen sie. Dabei lasse sich das Amt flexibel gestalten, Sitzungen seien übers Jahr verteilt, Aufgaben teilbar. «Je mehr Vorstandsmitglieder, desto weniger fällt auf den Einzelnen zurück», betont Susanne Gisi. Sollte sich dennoch keine Nachfolge finden, stünde im schlimmsten Fall eine Auflösung des Vereins im Raum – mit weitreichenden Folgen. «Der Zusammenhalt unter den Familien wäre nicht mehr so stark», sind sich beide einig. Angebote würden zerfallen, der administrative Aufwand für einzelne Ressorts steigen, Synergien gingen verloren.

Trotzdem überwiegt bei beiden die Zuversicht. «Jeder kann das Präsidentenamt ausführen», sagt Kuprecht. Es brauche keine speziellen Vorkenntnisse, sondern Offenheit, Freude an Teamarbeit und die Bereitschaft, etwas zu bewirken. Susanne Gisi ergänzt: «Einfach mal machen und ausprobieren.»

Ihr Appell an die Leserinnen und Leser ist klar: Der Familienverein Chestenberg soll weiterleben. Als Ort der Begegnung, als Netzwerk für Familien – und als Beweis dafür, dass freiwilliges Engagement nach wie vor einen Unterschied macht.

Weitere Informationen unter www.familienverein-chestenberg.ch oder unter info@familienverein-chestenberg.ch.

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