Ein Projekt mit Wirkung

Othmarsingen Das Projekt Gesamtmelioration lag bis 22. Dezember öffentlich auf. Die Umsetzung der geplanten Massnahmen wird der Ortschaft ein frisches Gesicht verleihen.

Grundstücke werden neu geordnet: Ein Blick in den Perimeter der Gesamtmelioration.Foto: Alfred Gassmann
Grundstücke werden neu geordnet: Ein Blick in den Perimeter der Gesamtmelioration.Foto: Alfred Gassmann

Der Perimeter der Gesamtmelioration in Othmarsingen umfasst eine Fläche von 146 Hektaren. Innerhalb dieses Gebiets befinden sich 318 Parzellen im Besitz von insgesamt 66 Grundeigentümern. Die Mehrheit der Parzellen ist kleiner als eine Hektare, was eine rationelle Bewirtschaftung erschwert. Das landwirtschaftliche Wegnetz ist teilweise überdimensioniert, zugleich sind viele Wege zu schmal und in einem ungenügenden Zustand. Auch die Entwässerungsanlagen weisen mehrheitlich Mängel auf und befinden sich in einem schlechten Zustand.

Teile des Gislisbergbaches sowie des Mattenbaches sind noch eingedolt und sollen künftig wieder offengelegt werden. In Bezug auf Natur und Landschaft finden sich Hecken und Hochstammobstbäume nur noch in Randbereichen und an den Hügeln. Erwähnenswert sind hingegen mehrere wertvolle Trockenstandorte im Bereich der SBB sowie im Gebiet «Rebhügel».Angesichts dieser Mängel beschloss die Gemeindeversammlung am 17. November 2017, eine Gesamtmelioration in Angriff zu nehmen. Zahlreiche landwirtschaftliche Wege sollen instand gestellt und verbreitert werden, im Gegenzug können Wege auf einer Länge von 3,4 Kilometern zurückgebaut werden. Die Entwässerungsanlagen werden saniert. Geplant ist zudem die Offenlegung des Gislisbergbaches, während die Revitalisierung der Bünz Gegenstand eines separaten Verfahrens ist. Insgesamt entstehen durch die Gesamtmelioration 5,7 Hektaren neue ökologisch hochwertige Flächen. Das Vorhaben stellt für das Dorf einen grossen Gewinn dar. Es handelt sich um ein gesamtheitliches Projekt zur Erhaltung, Gestaltung und Förderung des ländlichen Raums, wobei die Interessen der Landwirtschaft im Vordergrund stehen. Die technische Leitung wurde Oliver Flury von der Flury Planer + Ingenieure AG übertragen. Das generelle Projekt ist in einem über 80 Seiten umfassenden technischen Bericht beschrieben, ergänzt durch einen Übersichtsplan sowie drei Massnahmenpläne.

Die Kosten für Landumlegung, Wegebau, Entwässerung, Bewässerung, Gewässer, Ökologie und Oberflächenschutz belaufen sich gemäss technischem Bericht auf 4,3 Millionen Franken. Da es sich um eine umfassende gemeinschaftliche Massnahme handelt, wird die Gesamtmelioration massgeblich von Bund und Kanton unterstützt. Neben dem Anteil der Gemeinde tragen die Grundeigentümer rund 135000 Franken, was durchschnittlich etwa 900 Franken pro Hektare entspricht. Die baulichen Massnahmen sollen bis Herbst 2028 abgeschlossen sein. Der neue Besitzstand kann voraussichtlich im Frühling 2030 angetreten werden.

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