Die Stiftung Töpferhaus ist neu im alten Kosthaus zu finden

Lenzburg Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen in allen Lebenslagen unterstützen: Das ist die Aufgabe der Stiftung Töpferhaus. In Lenzburg entsteht ein neues Angebot.

René Mollet, Co-Teamleiter des Kreativateliers am alten Standort. Foto: Rinaldo Feusi
René Mollet, Co-Teamleiter des Kreativateliers am alten Standort. Foto: Rinaldo Feusi

K unst kann für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen eine grosse Ressource sein, das weiss auch René Mollet, Co-Teamleiter des Kreativateliers des Töpferhauses in Lenzburg. Seit knapp 45 Jahren setzt sich die Stiftung für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen ein und unterstützt sie in verschiedenen Lebenssituationen in Lenzburg, Aarau und Suhr. Dazu gehören verschiedene Wohn- und Arbeitsangebote und eben auch das Kreativatelier in Lenzburg.

«Zu uns kommen Menschen, die in einer IV-Abklärung sind oder bereits eine IV-Rente haben», erklärt Mollet. Im Kreativatelier wird ein freies Arbeiten ermöglicht, die Besucherinnen und Besucher können selbst entscheiden, was sie gestalten möchten, und werden dabei von Fachpersonen angeleitet und unterstützt. «Die Idee dahinter ist, dass wir eine Tagesstruktur bieten können, damit betroffene Menschen aus ihren eigenen vier Wänden herausrauskommen», so der Teamleiter. Dem Töpferhaus sei es wichtig, dass die Besuchenden ihre Tage mit sinnvollen Aktivitäten verbringen und sich dabei auch untereinander unterstützen können. «Wir sprechen dabei von unterstützenden Beziehungen zwischen den Besuchenden.»

Umzug in der gleichen Strasse

Bis Ende März war das Kreativatelier am Niederlenzer Kirchweg 17 zu finden. Per 1. April zog das Töpferhaus aber mit Sack und Pack um ins ehemalige Kosthaus am Niederlenzer Kirchweg 5. Gründe für den Standortwechsel gab es mehrere, erklärt Mollet. «Zuvor waren wir in einer ehemaligen Fensterfabrik. Die öffentliche Zugänglichkeit war bei diesem Gebäude nicht ideal. Zudem stand zur Diskussion, ob sich eine Umbauaktion noch lohnt.» Das Töpferhaus entschied sich gegen einen Umbau und suchte nach einem langfristigen Standort und wurde im Kosthaus fündig. «Es ist nahe am Bahnhof und auch für Rollstuhlfahrende gut zugänglich.» Der Standortwechsel wurde somit zur beschlossenen Sache. Die Stiftung baute das ehemalige Restaurant im Kosthaus, das vom Verein Phönix betrieben wurde, zu einem Atelier um. Die Besuchenden des Kreativateliers wurden eng in den Prozess miteinbezogen. «Für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung kann so ein Standortwechsel schwierig sein. Deshalb haben wir während der Umbauarbeiten regelmässig die Baustelle besucht, um zu zeigen, was entsteht», so Mollet. Momentan laufe die Eingewöhnungsphase für die Besuchenden des Kreativateliers.

«Probieren, ein breites Publikum zu inkludieren»

Mit dem Umzug plant die Stiftung auch ein neues Konzept, das im September, pünktlich zum 45-Jahr-Jubiläum, starten soll. «Wir möchten ein Living Museum schaffen», erklärt Mollet, «und dieses auch für ein breiteres Publikum öffnen.» Momentan arbeitet die Stiftung noch am Konzept. Am neuen Standort im Kosthaus gibt es zusätzlich auch ein Werkatelier, in dem Menschen im zweiten Arbeitsmarkt arbeiten. «Ziel des Werkateliers ist es, Menschen langsam wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.» Die Zuweisung zum Atelier erfolgt über die Invalidenversicherung. Im Werkatelier sind derzeit noch Plätze frei, während für das Kreativatelier eine Warteliste besteht. Künftig sollen dort jedoch zusätzliche Plätze geschaffen werden.

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