Mesdames etMessieurs, …

Schatzkammer

Marc Philip Seidel

Marc Philip Seidel

Das Museum Burghalde, von Präsident Urs F. Meier zweimal eröffnet (1985, 2018).Foto: zvg

Das Museum Burghalde, von Präsident Urs F. Meier zweimal eröffnet (1985, 2018).Foto: zvg

Was für eine Überschrift für die letzte Schatzkammer-Kolumne des Jahres, n’est-ce pas? Dahinter steckt jedoch ein Spruch, der zum Ritual wurde. Ein charmanter und gleichzeitig unmissverständlicher Ruf des Generals am Ende jeder kleinen und grossen Festlichkeit der gefühlt letzten 40 Jahre. Aber von Anfang an – mit einem zwinkernden und einem weinenden Auge.

Von Kämmbarkeit und Schlaufähigkeit

Den meisten von uns mag es nicht auffallen, doch unser Alltag ist angereichert mit Technischem. Das verrät etwa unsere Sprache und ist fest verankert – auf der Politbühne wie im Polsteratelier, der Stiftungsratssitzung wie bei der Ausstellungseröffnung und bei wohltätigen Engagements. Immer gehts ums Bemustern, Einfädeln, Aufgleisen, Durchkämmen, Vernetzen, ums «Brättla» und ums Nägeleinschlagen. Ob im Management, im Handwerk oder bei Prozessen in der Bildung wie in der Kultur: Der Fokus auf die «Entwirrungsenergie» ist definitiv zielführender als beste «Knäuelstabilität». Das gilt insbesondere für den alten Filz. Bei der praktischen Umsetzung mit Geschäftspartnern oder politischen Beziehungen ist indes «Beständigkeit» akkurater denn «Kriechbarkeit» – in der Exekutive wie in der Judikative.

Schlussendlich ist das grösste Gut das «Beziehungsnetz»: Für zukunftsträchtige Kooperationen setze man lieber auf «Strukturkompatibilität» und grosse «Schnittflächen» denn auf «Oberflächenrauheit» und «Kavitation». Einer mit hoher «Formstabilität» und «Verwebungsdichte», der sich mit Eröffnungen, Intarsien und Tapeten gleichsam auskennt wie mit Umnutzungen, Vorstössen und Freischaren; ja jener, der als General «Ursus del Polstero», garniert mit Verdienstmedaille als Vorschusslorbeeren, die für die nächsten neun Leben abverdient sind; und ebendieser, dem Personenkult stets fern lag zugunsten der übergeordneten Sache, tritt nun, nach 45 Jahren in der Stiftung Museum Burghalde, davon 42 als deren Präsident, altershalber zurück. So sei diese Kolumne Dir, lieber Urs F. Meier, gewidmet und Dir für Deinen lebenslangen Einsatz für Stadt und Region Lenzburg höchster Respekt gezollt. Danke.

«Schatzkammer». Hier stellen Mitarbeitende des Museums Burghalde Lenzburg jeweils spannende Geschichten und originelle Fundstücke vor.

Weitere Artikel zu «Im Gespräch», die sie interessieren könnten

Hier noch unterhalb der Waldgrenze: Wo Monika Sattler hin will, wächst nicht mehr viel.Foto: zvg
Im Gespräch15.07.2026

«Schiefgehen wird sowieso etwas»

Lenzburg Monika Sattler aus Lenzburg möchte in 30 Tagen 30 Schweizer Berge bewandern. Ziel der grossen Challenge ist es, neue Menschen und ihre eigenen Grenzen…
Joe Taugwalder
Im Gespräch15.07.2026

Der ganze Hype um die Achtsamkeit

tipp zum Alltag
Julia Holtmann arbeitet derzeit als Gastkünstlerin in der Villa Sonnenberg.Foto: Romi Schmid
Im Gespräch08.07.2026

Zwischen Rückzug, Rhythmus und Resonanz

Lenzburg Julia Holtmann ist derzeit Gastkünstlerin in der Villa Sonnenberg in Lenzburg. Zwischen Schlossblick, Schafglocken und Atelier sucht sie nicht nach…