Zwei Erfolgsgeschichten der persönlichen Entwicklung

Lenzburg Lea und Alejandro absolvierten beide das «Lift»-Projekt. Lea ist bald im zweiten Lehrjahr als Köchin, während Alejandro die letzte Klasse der Rudolf-Steiner-Schule besucht und eine Lehrstelle als Schreiner sucht.

Sind Fan von «Lift»: Alejandro, Iris Bachmann vom «Gufechnopf», Lea und Larissa Lussi von der Rudolf-Steiner-Schule.Foto: Rinaldo Feusi
Sind Fan von «Lift»: Alejandro, Iris Bachmann vom «Gufechnopf», Lea und Larissa Lussi von der Rudolf-Steiner-Schule.Foto: Rinaldo Feusi

Lift» verbindet Schule, Wirtschaft und soziale Unterstützungssysteme. Es erleichtert Jugendlichen den Übergang von der Schule zur Berufsbildung. Teilnehmende sammeln früh reale Erfahrungen in lokalen Betrieben. In Lenzburg findet das Projekt grossen Anklang bei Gewerbe und Schülern und ihren Schulen. Zwei Erfolgsgeschichten aus der Rudolf-Steiner-Sonderschule bestätigen den Eindruck.

Ein «Bursche», wie man ihn sich wünscht

«Hach, wie werde ich diesen Burschen vermissen», meint Iris Bachmann zu Alejandro, der bei ihr im «Gufechnopf» an der Bahnhofstrasse das «Lift»-Projekt absolvierte. Seit vier Jahren bietet sie einen Wochenarbeitsplatz an. Alejandro sei eine grosse Unterstützung gewesen, meint die Geschäftsführerin. Auch ihm habe die Arbeit Freude bereitet. Zwar wolle er beruflich nicht in den Verkauf, doch habe er viel gelernt. «Anfangs hatte ich Angst vor Kundenkontakt», gibt er zu. Diese Angst sei aber bald verflogen. «Ich wusste gar nicht, dass ich das kann», meint er weiter. «Mittlerweile spüre ich grösseren Selbstwert und kann gut auf Menschen zugehen.» Auch Iris Bachmann bestätigt: «Ich durfte Alejandro einsetzen wie einen Lernenden, obwohl er eigentlich noch zur Schule geht.» Sie hatte bereits Jugendliche aus der Regelschule und seit vier Jahren von der Rudolf-Steiner-Sonderschule und ist überzeugt vom Projekt. «Solange ich kann, werde ich bei ‹Lift› dabeibleiben.»

Erst «Lift» und schliesslich Lehre

Auch Lea besuchte die Rudolf-Steiner-Sonderschule und ist nach eigener Aussage weniger für die Schulbank geboren. Nicht, weil sie nicht kann, sondern weil ihr das viel zu langweilig sei. Sie arbeitet lieber mit den Händen – und dem Gaumen. «Eigentlich wäre nur ein Semester im Projekt für sie geplant gewesen», erklärt Sozialpädagogin Larissa Lussi. «Aber ich wollte ein zweites Mal teilnehmen», meint Lea. Der erste Versuch mit «Lift» habe ihr keinen grossen Spass gemacht. Das habe aber daran gelegen, dass ihr die Arbeit im Service nicht gefiel. «Also wollte ich es nochmals versuchen.» Sie begann ihren zweiten Einsatz in einer Volg-Filiale, was ihr sehr passte. Schliesslich half sie nach Abschluss des Projekts hin und wieder in der Filiale aus und es wurde ihr auch eine Lehrstelle angeboten. Doch Lea wollte nicht in den Verkauf. «Ich wollte Bäckerin oder Köchin werden.» Für Letzteres hat sie sich entschieden. Die Gastronomie ist ein raues Pflaster, doch für die werdende Köchin kein Problem: «Ich lernte, meine Schüchternheit und Unsicherheit abzulegen. Mittlerweile habe ich meine innere Ruhe gefunden und kann mich dadurch auch durchsetzen oder frei Fragen stellen.» Für Larissa Lussi sind beide Beispiele Beweise für den Erfolg von «Lift». Auch wenn in

beiden Fällen der Praktikumsort nicht direkt mit dem Ausbildungswunsch zusammenfiel, gab es durch den LIFT-Einsatz viel Selbstvertrauen und wichtige Erfahrungen. «Wir bleiben auf jeden Fall dabei», meint sie.

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