Salzkorn: Zappenduster

Beatrice Strässle
Beatrice Strässle

Monumente werden in der Regel in der Nacht beleuchtet. So auch das Schloss Lenzburg, welches in neuem Lichterglanz erstrahlt. Selbst habe ich das Spektakel seit Corona nicht mehr gesehen. Aber ich bin sicher, es würde mir gefallen. Und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich nicht mehr genau weiss, ob die Schlösser Wildegg und Hallwyl ebenfalls in Licht getaucht sind. Ein guter Grund, die alte Heimat zu besuchen.

Selbstredend werden auch beim südlichen Nachbarn der Schweiz die Monumente bestrahlt – das sind Tausende und sie «leben» vorwiegend in den Städten. Rom, Florenz, Siena, Turin, Mailand, Siracusa und, und, und. In Neapel wird wahrscheinlich neuerdings das Fussballstadion als Monument mit seiner Mannschaft gefeiert und angestrahlt. Italienischer Meister nach über 30 Jahren, da darf man strahlen. Wobei, so nebenbei bemerkt, gäbe es ganz in unserer Nähe eine Fussballmannschaft, welche ihr Stadion in Turin wegen der vielen Titel in Dauerlicht tunken könnte. Aber ich schweife ab.

Bei uns hier auf dem Land wird es in der Nacht zappenduster, nur der Mond ist Lichtgeber. Ideal, um bei klarer Nacht ob der Abermillionen funkelnden Sterne in Romantik zu verfallen oder sich mittels App ganz profan über die Sternbilder zu informieren. Die eine oder andere App ist da sehr hilfreich. Lustig aber, wenn man diese App am Tag in Richtung Küchenboden hält, da staunt man schon, was ennet dem Küchenboden so alles an Galaxien zu sehen wären.

Unsere Häuser selbst erstrahlen zwischendurch auch ziemlich monumental. Dann, wenn unsere Gäste im illuminierten Acqui Terme weilen. Da schimmern dann auf der Mauerbrüstung die Leuchten, die Fassade wird angeleuchtet, und bei der Einfahrt zum Grundstück zeigt der Strahler «hier sind wir». Es ist bei uns keine Frage der Wichtigkeit, sondern des einfachen Nachhausefindens.

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