Salzkorn: Eier in Weiss

Beatrice Strässle
Beatrice Strässle

Als ich kürzlich hier auf der Frontseite die Geschichte des Eierauflesens in Auenstein las, wurde ich erstens etwas wehmütig, und zweitens wurde ich daran erinnert, dass ich für Ostern unbedingt noch Ausschau nach weissen Eiern halten muss. Wenn ich sie finde, muss ich diese weder werfen noch weit tragen, aber eine gewisse Strecke fahren muss ich trotzdem. Sie sehen, bei mir hat es durchaus Parallelen zum Eieraufleset. Wobei ich nicht um Winter und Frühling kämpfen muss, sondern höchstens um einen Parkplatz vor dem Supermercato.

Normalerweise gibt es bei uns vorwiegend braune Eier. Ich habe sie schätzen gelernt, denn sie haben eine etwas robustere Schale. Aber für das Färben der Eier hätte ich schon gerne die weissen, die Kontraste werden hübscher. Das Grünzeug für die schönen Zeichnungen nach dem Färben ist dann ohne grossen Aufwand gefunden, es gibt ums Haus herum genug davon. Zwiebelschalen für das kräftige Braun wären schon lange genug auf die Seite gelegt, wenn da nicht mein Roberto wäre – er ist so ordnungsliebend. Zudem war eventuell meine Kommunikation fehlerhaft. Nun denn, es geht auch mit Randen, Spinat und Kurkuma.

Die erwähnte Ordnungsliebe hat sich im letzten Frühling auch im Garten bemerkbar gemacht. Alles, was mein Partner beim Jäten nicht kannte, wurde eliminiert. So auch der Schnittlauch, welcher hier ebenfalls nicht einfach zu finden ist. Der aus der Schweiz neu importierte Schnittlauch erfreut sich übrigens heuer auch nach dem Jäten bester Gesundheit.

Ostern wird nicht so gefeiert, wie wir uns das gewöhnt sind. Der Karfreitag ist ein normaler Arbeitstag, und die Osternester für die Kinder bestehen hier vor allem aus Schokoladeeiern in diversen Grössen. Natürlich darf die Colomba in all ihren Variationen nicht fehlen. Mit einer feinen, fast weissen Mascarponecreme ebenfalls ein Muss für Ostern.

In diesem Sinne wünsche ich frohe Ostertage und den Auensteinern einen sonnigen Eieraufleset.

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