Nikin verlässt Lenzburg, die Verbindung aber bleibt

Lenzburg Das Lenzburger Label Nikin verlässt das Wisa-Gloria-Areal und zieht nach Aarau. Der schmerzhafte Schritt soll das gewünschte Wachstum mit sich bringen.

Nicholas Hänny und Robin Gnehm, Gründer von Nikin, haben den Vertrag für Aarau unterschrieben.Foto: zvg

Vergangene Woche verkündete das Modelabel Nikin, von Lenzburg wegzuziehen. Wieder verliert die Stadt ein beliebtes Unternehmen – diesmal an die direkte Nachbarschaft, nach Aarau.

Der Wegzug ist nicht der erste Wechsel des Firmensitzes für das ehemalige Start-up und ein logischer Entscheid. Von Boniswil ging es ins Milchhüsli in Seengen, dann nach Lenzburg und im Frühjahr 2025 schliesslich nach Aarau. «Wir rechnen mit der Eröffnung etwa im März», meint Mitbegründer und CEO Nicholas Hänny.

Strategie muss verfolgt werden

Der Entscheid dürfte niemanden wirklich überraschen. Mit dem Wachstum des Unternehmens müssen auch die Strukturen mitziehen. Ein Flaggschiff-Laden fehlt dem Unternehmen bisweilen. Ein Modelabel ohne Filiale? Wohl eher nicht. Im Areal der ehemaligen Wisa Gloria konnte Nikin stabil wachsen. Aus dem Standort wurde das Maximum erwirtschaftet. Die Strategie verfolgt aber, ein «Omnichannel Brand» zu kreieren. Das bedeutet: Eine Marke, die auf allen Kanälen präsent ist. Das schliesst eine Ladenfläche mit ein. Gemessen an der Laufkundschaft ist Lenzburg für Kleiderläden kein günstiges Pflaster. Ein weiterer Player würde wohl auch dem gesamten Markt nicht guttun. Eine Kannibalisierung will niemand. In Aarau konnte das Label eine Vermieterschaft finden, die die Branche kennt und an die Vision von Nikin glaubt. Das vierstöckige Gebäude am Graben 33 bietet optimale Bedingungen für das weitere Wachstum des Unternehmens. Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss wird ein Flagship Store eröffnet, während die oberen Etagen als neue Büroräumlichkeiten dienen werden.

Nikin bleibt Lenzburg erhalten

«Wir werden immer eine Lenzburger Marke bleiben», erklärt Hänny. So sollen die Events, die Nikin hier durchgeführte, auch nicht verschwinden. Das Label führte Skatecontests und Clean-up-Aktionen durch, setzte den 500000. Baum im Quartier Lenz und lancierte eine Lenzburger Produktion für das Jugendfest. Doch zeigen die Perimeter, dass es um die Zukunft für Nikin in Aarau besser gestellt ist als in Lenzburg.

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