Keine Kantonsschule für Lenzburg

Lenzburg Die Bezirkshauptstadt wird keine Kantonsschule beheimaten. Der Regierungsrat gewichtet Einflüsse neu. Neue Schülerprognosen geben den Ausschlag für Windisch.

Wieder im Rennen als Volksschulstandort: Das Lenzburger Zeughausareal.Foto: mik
Wieder im Rennen als Volksschulstandort: Das Lenzburger Zeughausareal.Foto: mik

Der Einwohnerrat brachte Lenzburg 2018 für eine Kantonsschule in der Stadt in Stellung. 36 von 40 Einwohnerräten überwiesen damals ein Postulat. Dieses forderte den Stadtrat auf, sich beim Regierungsrat für Lenzburg als Standort einer neuen Kantonsschule einzusetzen. Seither bemühte man sich um die Vergabe des neuen Kantonsschulstandorts und erfüllte alle Vorgaben des Kantons. Kurz vor der Entscheidung wurden aber die Prognosen zu den Schülerzahlen angepasst. Durch einen Rückgang entschied der Kanton, dass es statt zwei nur noch eine Kantonsschule brauche. Nicht mehr die Geschwindigkeit der Realisierung, sondern diese Erhebung wurde zum kritischen Faktor. Der Regierungsrat zieht nun Windisch Lenzburg vor. Es ist ein Rückschlag – mit angenehmem Nebeneffekt. Stadtpräsident Andreas Schmid (FDP) bedauert den Entscheid, sieht das aber Ganze pragmatisch.

Stadt setzt auf Schadloshaltung

Wenn der Kanton die gemeinsam vereinbarte Lösung nicht weiterverfolgt, erwartet die Stadt eine Schadloshaltung. Diese soll die entstandenen Aufwendungen und finanziellen Folgen decken. Auf welchem Weg dieses Geld eingefordert werde, sei momentan Gegenstand der gemeinsamen Abklärungen, so Andreas Schmid. Denn: Wäre die Stadt vorzeitig aus den Vereinbarungen ausgestiegen, hätte sie mit Forderungen seitens des Kantons rechnen müssen, das gilt auch in die andere Richtung. Noch im Januar 2026 habe der Regierungsrat dem Stadtrat bestätigt, dass man nicht ohne Weiteres vom Vertrag zurücktreten könne.

Gemischte Nutzung auf dem Zeughausareal

Mit dem Entscheid verändert sich auch die Ausgangslage für die städtische Schulraumplanung. Neben dem potenziellen Standort auf der Schützi kann das Zeughausareal wieder in die Planungen aufgenommen werden. Sicher ist für Andreas Schmid, dass an einem dritten Schulstandort festgehalten wird. «Die relevanten Zahlen haben wir. Eine reine Verdichtung an den bestehenden Standorten ist keine Lösung.» Auf dem Zeughausareal sieht er einige Vorteile. Unter anderem die Grösse des Gebietes: «Wir würden nicht die gesamten 20000 Quadratmeter für den Schulraum brauchen. Denkbar wäre deswegen eine gemischte Nutzung.» Die Planung auf der Schützi habe man vorerst nicht vertieft weiterverfolgt, da das Containerprovisorium wichtiger sei. Welche Variante die Stadt weiterverfolgt, soll nun geprüft werden. Fest steht für Andreas Schmid lediglich: Ein dritter Schulstandort bleibt notwendig.

 

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