Kauf unter Dach und Fach

Lenzburg Das städtebaulich wichtige Gebiet Aabach Nord soll sich weiterentwickeln können und die Werkhöfe zusammengelegt werden. Umsetzbar ist dies auf dem seit 2011 stillgelegten ABB-Areal.

Informierten zum Kauf des ABB-Areals: Patrick Nussbaumer, Andreas Schmid, Armin Tschopp und Daniel Mosimann.Foto: Carolin Frei

Bevor der Kaufvertrag für das rund 30000 Quadratmeter grosse ABB-Areal am 23. Mai unterzeichnet werden konnte, mussten einige Hürden genommen werden. Unter anderem mussten die Untergrundbelastung und die Belastung der Bausubstanz überprüft werden. Für den Stadtrat war von Anfang an klar, dass die ganze Parzelle für die städtische Nutzung zu gross ist und somit ein passender Partner gefunden werden muss. Fündig wurde man bei der Reisezentrum AG, das zur Knecht-Gruppe gehört. «Es gibt vier Gründe, die für den Kauf des ABB-Areals sprechen. Seitens Stadt sind dies die Entwicklung von Aabach Nord und die Zusammenführung der Werkhöfe von Stadt, SWL und Forstdiensten Lenzia», sagt Vizeammann Andreas Schmid. Für den Partner Reisezentrum sind es die Umstellung aller Fahrzeuge der Regionalbus Lenzburg AG von Diesel auf Elektro. Zudem müsse das Unternehmen die Flotte ausbauen, um den Anschluss auf den geplanten Viertelstunden-Takt der SBB gewährleisten zu können, sagte Patrick Nussbaumer, CEO Eurobus AG.

Parzellierung folgt später

So unterschiedlich die jeweiligen Pläne sind, so gibt es doch Synergien, die bei der späteren Überbauung genutzt werden können. Bevor es so weit ist, muss die Dekontamination – unter anderem von Asbest und PFAS – im Gebäude und im Boden durchgeführt werden. Im Zusammenhang mit der Dekontamination der Untergrundbelastung soll zudem die dort vorhandene Kiesreserve genutzt werden. Das Baugesuch für den Rückbau und die Einleitung Änderungen Nutzungsplanung «Kiesabbau» möchte man im 2. Halbjahr 2024 einreichen. Das zweite Baugesuch wird dann für die Dekontamination des Untergrunds gestellt und das dritte für den Neubau, dessen Inbetriebnahme 2032 bis 2035 geplant ist.

Der Kaufpreis beläuft sich auf 6,7 Millionen Franken. Für den Rückbau, die Dekontamination des Untergrunds und der Bausubstanz, wofür sich die Käuferin gegenüber der Verkäuferin verpflichtet hat, sind 10,5 Mio. Franken eingeplant.

Antrag auf Rückkauf

Aufgrund der Regelung der Finanzkompetenzen konnte der Stadtrat den hälftigen Kaufpreis nicht allein übernehmen. Deshalb wurde ein Kaufkonsortium der Stadt gegründet, in welchem die Kaufanteile wie folgt verteilt sind: 5/18 Einwohnergemeinde Lenzburg, 1/18 Ortsbürgergemeinde Lenzburg und 12/18 Kies Lenz AG. «Nach der Zustimmung durch den Einwohnerrat und den Souverän kann die Einwohnergemeinde die anderen Anteile zu ursprünglichen Kaufkonditionen abkaufen», betont Schmid. Der Einwohnerrat befindet am 20. Juni und das Stimmvolk an der Urnenabstimmung vom 22. September über den Rückkaufkredit in Höhe von rund 6,4 Millionen Franken (13/18 Anteile).

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