Hypi trotzt den Widrigkeiten
Lenzburg Durch die vergangene Generalversammlung «unserer Hypi» führte Marianne Wildi zum ersten Mal als Verwaltungsratspräsidentin. Sie sandte eine klare Botschaft.

Knapp eine Stunde dauerte die 157. Generalversammlung der Hypothekarbank Lenzburg. So schnell, wie lange nicht mehr. VR-Präsidentin Marianne Wildi feierte Premiere in ihrer Funktion. Sie und CEO Silvan Hilfiker betonten, die Hypi setze auf Effizienz. Gemessen an der Zeit war das keine Worthülse.
Hilfikers drei Highlights
CEO Silvan Hilfiker wurde vom Moderator gefragt, was denn sein Highlight des vergangenen Jahres gewesen sei. Dieser empfand die Frage schmunzelnd als «provozierend», denn es gab nicht eines für ihn, sondern drei. Als Erstes nannte er die Lancierung des Multibankings in der Schweiz. Trotz grosser Herausforderungen wie den zunehmenden Wettbewerb, Regulatorien und geopolitische Anspannungen sei dies gut verlaufen. Ebenso gewann die Hypi den «Lipper Fund Award» sowie die Teilnahme am Programm «Liquidität gegen hypothekarische Sicherheit» (LGHS) der Schweizerischen Nationalbank. «Damit stärken wir unsere Finanzierungsstabilität und zeigen einmal mehr unseren Pioniergeist», meinte Hilfiker dazu.
Vertrauensbeweis der Kunden
Zum ersten Mal in der Hypi-Geschichte verzeichnet das Finanzinstitut eine Bilanzsumme von über 8 Mia. Franken. Das bedeutet ein Wachstum um über 15 Prozent. Für Hilfiker ein Vertrauensbeweis. Trotz rückläufiger Kreditvergaben nahmen die Kundendepots um 13.2 Prozent zu. «Die Tatsache, dass wir auch in einem schwierigen Umfeld Neugelder gewinnen konnten, ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg und die Weiterentwicklung der Hypi», deutete Hilfiker. Die Erfolgsrechnung zeigte indes ein fast bekanntes Bild: Der Geschäftsertrag lag mit 113 Mio. Franken praktisch auf dem Niveau des Vorjahres. Hinsichtlich der Herausforderungen und der Investitionen ein starkes Ergebnis. Die rückläufigen Zinserträge konnten durch andere Erträge kompensiert werden. Ein Beispiel für die Effizienz innerhalb des Vertriebs, des HBL Asset Managements und Finstar. Das Zinsgeschäft bleibt mit 73.6 Millionen die wichtigste Ertragsquelle. Es trägt 65 Prozent zum Geschäftsertrag bei. Aufgrund der Nullzinspolitik der Schweizerischen Nationalbank und der Zurückhaltung im Ausleihungsgeschäft, liegt das Zinsdifferenzgeschäft jedoch fast 10 Prozent unter dem Vorjahr. Die zweitwichtigste Ertragsquelle ist das Kommissionsgeschäft. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft stieg stark auf 18 Millionen. Besonders ausgeprägt war auch das Wachstum im Wertschriften- und Anlagegeschäft mit rund 19 Prozent. Einen grossen Anteil daran hat die hervorragende Arbeit des HBL Asset Managements. Der übrige ordentliche Erfolg liegt bei rund 17 Millionen, dieser ist um 43.3 Prozent gestiegen. Summa Summarum schreibt die Hypi einen Jahresgewinn von rund 20 Mio. Franken. Die Dividende bleibt bei 120 Franken.
«Die Abstimmung ist eröffnet»
Nun übernahm Marianne Wildi. Nachdem die Spielregeln erklärt waren, führte sie effizient durch die Traktanden und die damit verbundenen Abstimmungen. Nach ihrem «Die Abstimmung ist eröffnet», wurde in die Tasten gedrückt. Sämtliche Traktanden wurden von den Anwesenden Aktionärinnen und Aktionären oder deren Vertretungen goutiert. Für Wildi aus zwei Gründen erfreulich: Zum einen waren die Abstimmungen ein weiterer Vertrauensbeweis und zum anderen hiess das, wie sie es scherzhaft zum Ausdruck brachte, dass man bereits einen Bissen näher am gemeinsamen Znacht sei. Die erfreuliche GV konnte nach einer Stunde und 6 Minuten geschlossen werden.



