«Esszimmer» bleibt vorerst zu

Beinwil am See Mit einer Austrinkete am Sonntag ging «Maria’s Esszimmer im Seetal» in eine unbestimmte Pause. Weil Wirtin Mirjam Strub keinen Küchenchef gefunden hat, bleibt das beliebte Restaurant geschlossen – bis auf weiteres.

Musste den Schlüssel drehen: Wirtin Mirjam Strub von «Maria’s Esszimmer im Seetal» musste das Lokal schliessen.Foto: Fritz Thut
Musste den Schlüssel drehen: Wirtin Mirjam Strub von «Maria’s Esszimmer im Seetal» musste das Lokal schliessen.Foto: Fritz Thut

Im Frühjahr 2017 sorgte Mirjam Strub für eine Wiederbelebung. Nach einer langen Brachzeit eröffnete sie mit viel Enthusiasmus das ehemalige Restaurant Seetal als «Maria’s Esszimmer im Seetal» neu.

Strubs Konzept stiess auf positive Resonanz. Unter dem Motto «Gut bürgerlich – etwas anders – frisch aus der Gegend» wurden leckere Speisen aufgetischt. Darunter war auch Traditionelles, was man früher bei Grossmutter genossen hatte, wie etwa Hackfleischtätschli oder Kutteln an Tomatensauce. In den letzten sechs Jahren wurden die Kalbsleberli mit Röschti (mit «sch») und die Cordon-bleus (klassisch oder feurig, vom Kalb oder vom Schwein) zur Legende. Oft wurde das aktuelle Fischangebot (am Morgen vom Hallwilerseefischer des Vertrauens bezogen) auf der Schiefertafel angekündigt.

Opfer des Fachkräftemangels

Nun ist fertig. Ein letztes Mal sitzen in der lauschigen Gartenwirtschaft, die man in dieser Art immer weniger antrifft: Kiesboden und darauf die klassischen Klappstühle, an denen man sich früher als Kind immer die Finger eingeklemmt hat.

Weil die Chefköchin im September Mutterfreuden entgegensieht und Mirjam Strub trotz intensivster Suche keinen Nachfolger gefunden hat, musste sie das «Esszimmer» schliessen. «Wir sind ein kleines Team und da lässt sich ein solcher Ausfall nicht einfach kompensieren.» Obwohl einzelne Gäste dem Schliessungsentscheid mit Unverständnis begegneten, hätten die positiven, empathischen Reaktionen deutlich überwogen, so Strub.

«Comeback nicht ausgeschlossen»

«Das Echo ist riesig», sagt die Wirtin, «und viele Leute drücken uns die Daumen, dass es weitergeht.» Dies ist durchaus möglich. Mirjam Strub: «Ein Comeback ist nicht ausgeschlossen – aber frühestens im Spätherbst.» Der Pachtvertrag läuft eh weiter, endet frühestens im April 2024.

Es sei schade, dass sie niemanden gefunden habe, «der die Erfolgsgeschichte habe weiterschreiben wollen». Erfolg hatte das «Esszimmer» und sein Konzept. Oft war es ausgebucht und jene, die einen Tisch ergattert hatten, fühlten sich wohl.

Trotz «der Pause, die niemand wollte», will Mirjam Strub positiv bleiben und die Zeit nutzen, Details zu verbessern.

Weitere Artikel zu «Hauptartikel», die sie interessieren könnten

Die jungen Brothers im Garten des Wettinger Elternhauses.Foto: zvg
Hauptartikel11.03.2026

Die «Huser Brothers»: Seit der Primarschule unterwegs

Sarmenstorf Fritz Huser ist ein bekannter Künstler in der Region. Doch nicht nur gestalterisch hat es ihm die Kunst angetan. Gemeinsam mit seinen drei Brüdern…
Romi Schmid
Hauptartikel11.03.2026

Punktlandung

Salzkorn
Aufwind bei der Kulturgesellschaft Bezirk Lenzburg. Die Bücherbox ist wieder gefüllt.Foto: zvg
Hauptartikel04.03.2026

Kulturgesellschaft Bezirk Lenzburg mit neuem Auftritt

Lenzburg Seit 200 Jahren ist die Kulturgesellschaft Bezirk Lenzburg eine Institution der regionalen Kulturförderung. Nun bekam sie ein Makeover. «aufwind» ist…