Diebstahl am Fotofestival – Schaden von 5000 Franken

Lenzburg In der Müli-Märt-Unterführung wurden sechs Bilder vom Fotofestival gestohlen.

Too much for Lenzburg? Diese und drei weitere Bilder wurden vergangene Woche aus der Müli-Märt-Unterführung gestohlen.   Fotos: Anne Morgenstern

Too much for Lenzburg? Diese und drei weitere Bilder wurden vergangene Woche aus der Müli-Märt-Unterführung gestohlen. Fotos: Anne Morgenstern

Margherita Guerra,Director Fotofestival Lenzburg.Foto: Fritz Thut

Margherita Guerra,Director Fotofestival Lenzburg.Foto: Fritz Thut

Die Schadenssumme beträgt 5000 Franken: Sechs Fotografien von Anne Morgenstern aus der Open-Air-Ausstellung «Macht Liebe» wurden entwendet. Den Diebstahl stellten die Organisatoren vergangene Woche kurz vor einer Führung durch die Festivalausstellungen fest. Auch die Erläuterungen zu den Bildern fehlen.

Darf Kunst noch öffentlich anregen?

«Kunst im öffentlichen Raum lebt von den Reaktionen der Bevölkerung», erklärt Direktorin des Fotofestivals Lenzburg Margherita Guerra. Das findet auch die betroffene Fotografin. Aber das gehe zu weit: «Wir sind tief betroffen von diesem Akt des Vandalismus.» Generell stelle sich Guerra langsam die Frage, ob Kunst im öffentlichen Raum in Lenzburg oder generell im Kanton herausfordern und überhaupt existieren dürfe. Bei jeder Ausgabe des Fotofestivals kommt es zu Vandalismus. Für die Direktorin ist das nichts Neues. «Wir glauben aber nicht, dass Einzeltaten repräsentativ für eine ganze Stadt sind», sagt sie dazu, weswegen man in der Vergangenheit keine rechtlichen Konsequenzen gezogen hat. Dieses Mal überlege man sich die Anzeige. Die gestohlenen Bilder zeigen verschiedene Szenen: eine Frau im BH, einen zugenähten Hundebauch, ein angewinkeltes Frauenbein – nicht jedermanns Sache. Bei «Macht Liebe» geht es um Liebe und Begierde. Es geht um Körper, um begehrende und begehrte Körper, um ihre Unbezähmbarkeit, ihre Zärtlichkeit und ihre Brutalität. Es geht um Macht und Politik, um die Macht, die das Fleisch ausübt, und um die Politik, die in Haut und Körper verankert ist.

Guerra erkennt, dass diese Bilder für einige zu stark sein könnten. Aber dann könne man sich gerne beim Fotofestival melden. «An jeder Ausstellung bekommen wir Feedback.» Telefonisch, brieflich und auch per Mail. «Kunst soll zum Dialog einladen. Nicht zum Vandalismus», meint sie weiter. Zudem werden am Festival Führungen angeboten.

Könnte es ein Lausbubenstreich gewesen sein? Den Organisatoren ist das egal: «Ob es sich dabei um eine unüberlegte Tat von Jugendlichen handelt oder um den bewussten Versuch einer Person, die sich an den Inhalten stört: Die mutwillige Zerstörung und die Entfernung von Kunstwerken sind eine Form von Zensur, die wir zutiefst bedauern», teilten sie der Redaktion mit. Das Festival ist noch bis 7. Juni geöffnet.

 

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