Asylplätze fallen weg – Leutwil drohen höhere Kosten
Leutwil Mit dem Rückbau der kantonalen Asylunterkunft steigen für Leutwil voraussichtlich die Kosten im Asylbereich.

Leutwil erfüllt das Flüchtlingskontingent von 10 Personen nicht. Da das Dorf nicht über den dazu notwendigen Wohnraum verfügt, schloss man mit Reinach einen Vertrag ab. Die Zentrumsgemeinde übernimmt die Geflüchteten für das Dorf und erhält dafür eine Vergütung. Die jährlichen Kosten betragen ca. 36000 Franken. Was allerdings günstiger ist als die sonst anfallenden Strafzahlungen an den Kanton. «Wir würden geflüchtete Menschen bei uns aufnehmen. Am Willen scheitert es nicht in Leutwil», erklärt Ammann Lukas Spirgi diesen Entscheid. Die 3 gemeindeeigenen Wohnungen und ein Haus sind gegenwärtig vermietet. Mit Privaten Mietverträge für Flüchtlinge abzuschliessen, bezeichnet Spirgi als «schwierig». Er hat Verständnis für die Skepsis. «Man weiss vorher nicht, wer einzieht.» Die Zusammenarbeit hat sich bewährt. Gemeinsam mit Leutwil übertrifft Reinach den Sollbestand und müsste keine weiteren Menschen aufnehmen. Durch die momentan noch bestehende Bundesbaracke verfügt Leutwil über vier Plätze.
Nun verschwindet diese aus dem Dorf. Die Baracke wird vom Kanton aufgrund eines nicht verlängerten Pachtvertrages rückgebaut. Wird das Kontingent nicht erfüllt und keine Lösung mit anderen Gemeinden gefunden, drohen Strafzahlungen in der Höhe von 90 Franken pro Tag und fehlendem Platz.
Unterkunft kommt weg
Der Kanton informierte die Gemeinde im Mai über seine Pläne. Die vier Plätze können ab Februar 2027 nicht mehr angerechnet werden. Bislang verfügt die Gemeinde über keinen entsprechenden Wohnraum. Gemäss dem Reinacher Gemeindeammann Julius Giger ist auch noch keine Anfrage bei ihm eingegangen. «Käme diese, würden wir das aber gemeinsam prüfen», erklärt er. «Auf der Stufe Gemeinde sind wir darauf angewiesen, uns nach Möglichkeit gegenseitig zu unterstützen.» Als Wohnraum dient das Gebäude noch bis Ende Oktober. Anschliessend beginnt der Rückbau. Dieser soll im Januar 2027 abgeschlossen sein. Was im Anschluss auf der Fläche passiert, ist nicht klar.



