Die Suche nach dem Fressnapf

Fritz Thut
Fritz Thut

Zum ersten und letzten Mal in der aktuellen Funktion habe ich drei Wochen Ferien am Stück – und geniesse es. Das Leben ausserhalb der gewohnten Abläufe birgt aber auch Herausforderungen. Nicht nur, dass dieses «Salzkorn» in einem Hotelzimmer mit Blick aufs Meer auf einer eigens angeschafften Hilfstastatur auf dem kleinen Handy-Bildschirm erfasst wird, nein, auch die tägliche Suche nach dem passenden Fressnapf sorgt hie und da für Kopfzerbrechen.

Wo gibt es heute Znacht? Was? Wie viel? Warum? Und wer reserviert in der Beiz? Viele Fragen. Die im Verlaufe eines Ferientages mehrmals gestellt, verworfen und neu diskutiert werden. Die erste Ferienwoche war diesbezüglich noch recht einfach. Es gab Familienferien im Engadin. Wobei Familie hier massiv untertrieben ist, denn die ganze Sippschaft meiner Frau feierte den runden Geburtstag ihrer Tante während einer Woche im Ferienhaus der Stadt Lenzburg in Samedan.

In den von den Lenzburger Schulklassen eher gemiedenen Räumlichkeiten sorgte jeden Abend ein anderes Paar für die Verpflegung. Also nur einmal überlegen, was auf die Tische kommt. Pouletgeschnetzeltes mit Currysauce für 16 Personen in ungewohnter Lager-Umgebung zu kochen ist für einen militanten Campingverweigerer kein Honiglecken. Kam aber in der Gruppe recht gut an.

In der zweiten Woche ging es mit Sohn Nummer 2 in den Norden. Das war schon diffiziler. Rundherum lauter Meer, aber die entsprechenden Früchte stossen nicht auf pure Gegenliebe. Hotdog gabs so zweimal, mal am Deli-Kiosk in der Hauptstadt, mal vor der Holzhütte auf der einsamen Vogelinsel im Anblick zweier Papageientaucher. Die weltweit hoch gelobte «Nordische Küche» gab es allerdings auch. Allerdings «nur» den Fünfgänger im Restaurant einer talentierten Jungchefin und nicht den Vierzehngänger beim Zwei-Sterne-Koch.

Diese Woche wird noch einfacher. Mit der Gattin am Fusse des Matterhorns ist Halbpension angesagt. Da fallen viele Diskussionen weg.

Fritz Thut, Redaktionsleiter

Weitere Artikel zu «Hauptartikel», die sie interessieren könnten

Badiabschluss auf vier Pfoten: Beim Hundeschwimmen in Lenzburg gehörte das Becken zum Saisonende den Vierbeinern.Foto: Romi Schmid
Hauptartikel23.09.2026

75 000 Gäste und eintierisches Finale

Lenzburg Rund 75 000 Besucher: Die Badi Walkematt in Lenzburg blickt auf eine aussergewöhnlich starke Saison zurück. Zum Abschluss gehörte das Wasser beim…
Claudia Rey
Hauptartikel23.09.2026

Bratwürste mit Tomatensauce

Salzkorn
Christine von Arx
Hauptartikel16.09.2026

Bahnhofprosa

Salzkorn