Das regionale Festival hat gerockt

Tennwil Die 16. Ausgabe der Rocknacht Tennwil überzeugte mit emotionalen Momenten. Das Festival wurde wiederum vom 46-köpfigen Verein «Junge Tennwiler» organisiert und punktete mit neun Bands aus sechs verschiedenen Ländern.

Bloody Horseface spielten als letzte Band und holten noch alles aus dem Publikum heraus.Foto: Debora Hugentobler
Bloody Horseface spielten als letzte Band und holten noch alles aus dem Publikum heraus.Foto: Debora Hugentobler

Den Auftakt am Freitag machte die Schweizer Band «Felskinn», gefolgt von den englischen Gruppen «Gin Annie» und «Absolva». Als Hauptact überzeugte der Deutsche Herman Frank mit seinem Best Of-Set «Herman Frank Legacy». Am Samstag spielten «SEVI» aus Bulgarien, «Black Oak County» aus Dänemark, «The Order» und «Bloody Horseface» aus der Schweiz sowie der Headliner «Hardline» aus den USA.

Von Wacken nach Tennwil

Sänger Gianni Pontillo konnte sowohl am Freitag als auch am Samstag glänzen: Er war Teil der «Herman Frank Legacy» und Frontmann von «The Order». Darüber hinaus spielen Herman Frank und Gianni Pontillo in der international bekannten Hardrock-Band «Victory». Knappe zwei Monate vor der Rocknacht Tennwil stand «Victory» am Wacken Open Air vor rund 85000 Zuschauern auf der Bühne. Das Festival am Hallwilersee setzte Akzente mit etwas mehr als 800 Besuchern pro Tag – rund hundertfach weniger.

Zwischen Happy Birthday und Hallelujah

Beim Publikum herrschte heitere Stimmung – was sich auch in einem besonderen Moment widerspiegelte. Ein kleiner Junge betrat gemeinsam mit seinem Vater die Bühne. Dieser erklärte, dass sein Sohn am Vorabend seinen sechsten Geburtstag gefeiert hatte und nun gerne einmal auf der Bühne stehen wollte. Ohne zu zögern stimmte das Publikum ein spontanes «Happy Birthday» an – ein Augenblick, der die familiäre Atmosphäre des Festes unterstrich. Nicht weniger emotional wurde es beim Auftritt des Hauptacts «Hardline». Der Frontmann erzählte von der schwierigen Woche, die hinter der Band lag – und dem schmerzlichen Verlust zweier Väter von Bandmitgliedern. Als er den Song «Hallelujah» anstimmte, zeigte das Publikum seine Anteilnahme durch Lichtzeichen und sang lautstark mit.

«Kein Gedränge, gute Bekanntschaften und Top-Musikqualität»

Die überschaubare Grösse des Festivals habe einige Besuchende überrascht. Die Verpflegungsmöglichkeiten, die Sitzgelegenheiten, die Bühne – alles befand sich in einem einzigen Festzelt. Eine Festivalbesucherin, die zum ersten Mal Teil der Rocknacht war, sagte: «Zuerst dachte ich, es könnte langweilig werden – doch tatsächlich war das Gegenteil der Fall: Die Atmosphäre war gemütlich und familiär.» Beeindruckt habe auch, dass ein so kleines Festival solch grosse Künstler auf die Bühne bringt. Das Festival am Hallwilersee zog neben regionalen Fans auch Besucher aus dem Ausland an. Eine Freundesgruppe aus Deutschland komme seit Jahren immer wieder und campiere in ihrem Auto auf dem kleinen Campingplatz. Sie schätzen besonders die einzigartige Stimmung kleiner Festivals: kein Gedränge, keine langen Schlangen, spontane Bekanntschaften. Den Anfahrtsweg nehmen sie gerne in Kauf – auch wegen der freundschaftlichen Kontakte, die sich über die Jahre entwickelt haben.

Die Fans erfreuten sich ausserdem an der klaren und gelungenen Abmischung der Musik – und nicht zuletzt am kostenlosen Heigo-Taxi, das der Verein ganz nach dem Motto «Von Fans für Fans» organisierte und für ein entspanntes Festivalerlebnis bis zum Schluss sorgte.

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