«Das Personal mit Fachkenntnissen fehlt»
Lenzburg Regina Nasseremba, ehemalige Austauschschülerin in Lenzburg und Absolventin der FHNW, hat in ihrer Heimat Uganda die Beatrice Secondary School Kyankwanzi (BSSK) gegründet. Am Maimärt informiert sie über alltägliche Herausforderungen und Möglichkeiten zur Mithilfe.
Berufsbildung ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Schule – ein Thema, das auch der Staat fördern möchte. Neu bietet die BSSK praktische Kurse in den Bereichen Backen, Nähen, Schreinern, Dekorieren und Informatik an. «Die Schülerinnen und Schüler machen das gerne, es ist für sie alles andere als langweilig», berichtet Nasseremba. Doch es fehlt an Geld für Maschinen, Werkzeuge und Material – aktuell können nur die ersten zwei Jahrgänge der Sekundarstufe von diesem Angebot profitieren. Die Schulleiterin wünscht sich, dass künftig alle Schülerinnen und Schüler Berufskurse besuchen können. Denn in den vergangenen Jahren habe sie immer wieder erlebt, dass Absolventinnen und Absolventen weder den Weg an eine Universität finden noch eine berufliche Perspektive entwickeln können. «Ohne Berufskurs sind sie nicht ausgebildet – und können oft weder selbstständig noch beruflich Fuss fassen.»
Zu viele Kinder, zu wenig Geld
Die Beatrice Secondary School Kyankwanzi lebt von Spendengeldern. Die Warteliste für Patenschaften ist lang, die Plätze sind begrenzt. Aktuell besuchen 358 Schülerinnen und Schüler die Sekundarschule, rund 600 Kinder die Primarschule. Staatliche Schulen seien keine gute Alternative: Die Schülerinnen und Schüler seien oft auf sich allein gestellt, weil die Lehrpersonen nicht bezahlt werden und deshalb fernbleiben. «Es gibt Kinder, die fast täglich zu uns kommen und um Unterricht bitten – und wir müssen sie immer wieder wegschicken, weil das Geld fehlt», erzählt Nasseremba. Das sei traurig und auch anstrengend, weil viele Familien selbst die vergleichsweise niedrigen Schulgebühren nicht aufbringen können.
Auf Unterstützung angewiesen
Die Schule erhielt infolge eines Todesfalls ein neues, grosses Gebäude. Dieses steht derzeit leer, denn es fehlt an grundlegender Einrichtung wie Wandtafeln und Mobiliar. Wäre das Gebäude einsatzbereit, könnten mehr Kinder aufgenommen werden. Regina Nasseremba hofft auf Patinnen und Paten, die einem Kind den Schulbesuch ermöglichen, sowie Spenden für die Ausstattung des Gebäudes und für Berufskurse. Darüber hinaus äussert sie den Wunsch, dass Menschen sich direkt vor Ort engagieren – ob als Lehrperson, im Garten oder in anderen praktischen Bereichen. Sie betont: «Die Unterkunft und das Essen haben wir – das Personal mit Fachkenntnissen fehlt.»







