Zeitreise am Schlössertag in Lenzburg

Schloss Am Schweizer Schlössertag hielten 32 Schlösser verschiedene Programme zum Thema «Reisen» bereit. In Lenzburg wurde in der Schlossgeschichte zurückgereist und eine Arbeit von damals erklärt, die noch heute relevant ist.

Die Geschichtsvermittlerin spricht zu grossen Gruppen.Foto: Debora Hugentobler

Die Geschichtsvermittlerin spricht zu grossen Gruppen.Foto: Debora Hugentobler

Lorenz Leuenberger zeigt den Kindern verschiedene Lederarten.Foto: Debora Hugentobler

Lorenz Leuenberger zeigt den Kindern verschiedene Lederarten.Foto: Debora Hugentobler

Johanna Rey über Augustus Edward Jessup.Foto: Debora Hugentobler

Johanna Rey über Augustus Edward Jessup.Foto: Debora Hugentobler

Eine Reise in die Vergangenheit zeigt, dass Leder auf Schloss Lenzburg kein Luxusgut, sondern ein lebensnotwendiger Gebrauchs- und Rüstungsstoff darstellte. Am Schlössertag präsentierte Lorenz Leuenberger, Orthopädie-Schuhmacher und Mitinhaber von Vilo Lederwerk in Lenzburg, seine heutige Tätigkeit mit der Tierhaut. Er sagt: «Leder bewährt sich.» Das Arbeitsduo fertigt Schuhe für Patienten an, deren Füsse nicht in normale Schuhe passen. «Diesen Beruf erlernen nur noch wenige, Arbeit gäbe es aber genug», so Leuenberger.

Bekannte Persönlichkeiten auf dem Schlossberg

«Reisen» begleitet das Schloss Lenzburg schon lang. Bei ihrer Führung gab die Geschichtsvermittlerin Einblick in die Schlossgeschichte und reiste zurück in die Zeit zwischen 1853 und 1956. Damals befand sich das Schloss Lenzburg im Besitz von vier aufeinanderfolgenden privaten Eigentümerfamilien. Auf die erste Familie Pestalozzi folgten die Wedekinds. Der deutsche Arzt Friedrich Wilhelm Wedekind reiste nach San Francisco und traf dort auf seine zukünftige Frau, die ebenfalls reiste. Und das im jungen Alter von 17 Jahren, zuerst nach Chile, dann nach San Francisco. Später erwarb Friedrich Wilhelm Wedekind das Schloss Lenzburg, wo er mit Frau und sechs Kindern hauste. 1893 kaufte der amerikanische Industrielle Augustus Edward Jessup das Anwesen. Er und seine Frau Lady Mildred Marion Bowes-Lyon – eine Grosstante von Queen Elizabeth II. – kamen viel herum. Das Reisen begleitete auch die letzte Eigentümerfamilie: die Ellsworths.

Der amerikanische Geschäftsmann James William Ellsworth kaufte das Schloss, war aber selten dort. Sein Erbe trat sein Sohn an. Der Polarforscher Lincoln Ellsworth, bevor der Kanton Aargau und die Stadt Lenzburg das Schloss von seiner Frau, Marie Louise Ellsworth-Ulmer im Jahr 1956 schliesslich zurückkauften. Der Schlössertag zog etliche Familien an und brachte das Thema «Reisen» sowohl regelmässigen Besuchenden als auch vielen Touristen näher.

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