Stadt prüft Zeughausareal für Volksschulstandort
Schulraumplanung Die Stadt Lenzburg konkretisiert ihre Strategie zur Bewältigung des steigenden Raumbedarfs an den Schulen. Ein Entscheid des Kantons, keine Mittelschule in Lenzburg zu planen, verändert die Ausgangslage grundlegend und eröffnet neue Möglichkeiten für die Volksschule.

Die Planung des Schulraums in Lenzburg entwickelt sich weiter. Auch wenn die Geburtenzahlen schweizweit und regional leicht rückläufig sind, zeigt die aktuelle Analyse in Lenzburg einen baldigen Bedarf in der Primarstufe: Bereits ab dem Schuljahr 2028/2029 wird in der Primarschule ein Raummangel erwartet. Um diesen Engpass rechtzeitig zu beheben und eine langfristige Lösung bis 2037/2038 zu schaffen, hat der Stadtrat seine Planungsabsichten für den Schulraum der Regionalschule Lenzburg angepasst.
Nutzwertanalyse für die Standortwahl
Um eine fundierte Entscheidung über den optimalen Standort zu treffen, führt die Stadt zusätzlich zur bestehenden Nutzwertanalyse zur Schützenmatte eine Analyse zum Standort Zeughausareal durch. Auf dieser Basis will der Stadtrat den definitiven Standortentscheid fällen. Um die Zeit bis dahin zu nutzen, sollen die Abklärungen für den Standort Zeughausareal vertieft werden. Die bisherigen Abklärungen des Stadtrats zeigen, dass sich ein dritter Schulstandort auf dem Zeughausareal vor allem für die HPS, einen zusätzlichen Primarschulstandort sowie als Ergänzung zum Oberstufenstandort Lenzhard (z. B. Sporthallen) anbieten würde. Parallel dazu müssen die raumplanerischen Fragen geklärt werden, insbesondere die Bewilligungsfähigkeit der Schulnutzung an diesem Standort. Zudem ist die Frage zu klären, ob und zu welchen Bedingungen die Ortsbürgergemeinde der Einwohnergemeinde das Zeughausareal zur Verfügung stellen will.
Synergien mit dem Areal Lenzhard
Ein neuer Standort auf dem Zeughausareal würde Spielraum für die Optimierung des bestehenden Areals Lenzhard schaffen. Um beide Standorte optimal aufeinander abzustimmen, wird derzeit das Sanierungskonzept für das Schulareal Lenzhard erarbeitet. Der hierfür notwendige Planungskredit wurde vom Einwohnerrat an der Sitzung vom 24. September bewilligt. In diesem Rahmen wird geprüft, welche Gebäude erhaltenswert und wo bauliche Verdichtungen oder Ersatzneubauten sinnvoll sind. Auf Basis dieser Erkenntnisse wird sich zeigen, ob und welche Erweiterungen der Oberstufe auf dem Zeughausareal geplant werden können. In Bezug auf die Kindergärten hält der Stadtrat an der dezentralen Organisation fest. Aus schulorganisatorischen Gründen sollen diese künftig minimal als Doppelkindergartenstandorte geführt werden. Hierfür stehen genügend Optionen offen, die in die Planung aufgenommen werden. «Wir nutzen die neue Situation als Chance, um für die Lenzburgerinnen und Lenzburger die beste Lösung hinsichtlich Schulraum- und Stadtentwicklung realisieren zu können», so Stadtpräsident Andreas Schmid. «Unser Ziel ist es, eine Schulraumentwicklung zu realisieren, die für die Schülerinnen und Schüler eine gute Lernumgebung bereithält, für die Lehrpersonen attraktiv ist und für die Stadt realistisch ist.» Mit diesen Massnahmen reagiert die Stadt Lenzburg flexibel auf die veränderten Rahmenbedingungen und schafft eine zukunftsfähige Lösung für die Bildungsinfrastruktur der nächsten Jahrzehnte. Der Stadtrat wird über den Standort voraussichtlich noch in diesem Jahr entscheiden können. (pd)



