Lenzburg möchte mehr Grün – Bund sieht es anders

Bahnhof Die Stadt Lenzburg hatte im September 2023 Einsprache gegen den Bahnhofbau erhoben, um städtebauliche Anliegen geltend zu machen. Die Stadt zeigt sich enttäuscht über die Entscheide.

Ausgerechnet bei der Begrünung und der Entsiegelung stellt sich der Bund quer.Foto: rfb
Ausgerechnet bei der Begrünung und der Entsiegelung stellt sich der Bund quer.Foto: rfb

Der Stadtrat Lenzburg hat den Entscheid des Bundesamts für Verkehr (BAV) zur Plangenehmigung für die Hauptarbeiten des Bahnhofausbaus zur Kenntnis genommen. Trotz teilweise enttäuschender Ergebnisse verzichtet die Stadt auf einen Weiterzug der abgelehnten Forderungen ans Bundesverwaltungsgericht. Damit soll das regional und national wichtige Ausbauprojekt ohne Verzögerungen umgesetzt werden können. Besonders enttäuschend ist, dass weder der Antrag zur Begrünung der Fahrbahn der Seetalbahn noch der Antrag zur Begrünung der Perrondächer angenommen wurde, obwohl beide Anliegen technisch umsetzbar wären und an anderen Bahnhöfen bereits erfolgreich realisiert wurden.

Kritik an der Aufenthaltsqualität

Die Stadt hatte sich insbesondere im Bereich der «Grünen Pause» für möglichst entsiegelte und begrünte Flächen eingesetzt. Sie bedauert deshalb, dass dort ein Gleis mit Schotterbelag vorgesehen ist und die beantragte Begrünung der Fahrbahn der Seetalbahn nicht aufgenommen wurde. Aus Sicht des Stadtrats hätte eine solche Begrünung einen zusätzlichen Beitrag zur Hitzeminderung und zur Aufenthaltsqualität leisten können.

Städtische Anliegen teilweise aufgenommen

Nicht alle Anliegen der Stadt wurden abgelehnt. So enthält die Plangenehmigung unter anderem Auflagen zur Begrünung der nordseitigen Lärmschutzwände sowie zur Gestaltung der nordseitigen Aufgänge der Personenunterführungen. Die konkrete Umsetzung soll nun gemeinsam mit den SBB weiterentwickelt werden.

Entscheid für zügige Umsetzung

Trotz dieser Kritik verzichtet der Stadtrat auf einen Weiterzug der Einsprache. «Wir hätten uns bei der Begrünung und der Gestaltung des Bahnhofareals einen mutigeren Entscheid gewünscht. Gleichzeitig ist der Ausbau des Bahnhofs für Lenzburg und die ganze Region von grosser Bedeutung. Eine weitere Verzögerung um voraussichtlich mehr als zwei Jahre können und wollen wir deshalb nicht verantworten. Wir akzeptieren den Entscheid und werden uns nun in der weiteren Planung dafür einsetzen, die vorhandenen Spielräume für eine hohe Aufenthaltsqualität und eine klimaangepasste Gestaltung bestmöglich zu nutzen», sagt Vizestadtpräsidentin Christina Roth. (pd/rfb)

Weitere Artikel zu «Stadt Lenzburg», die sie interessieren könnten

Stadtpräsident Andreas Schmid richtet seinen Dank an die Ortsbürger Rebbäuerinnen und Rebbauern.Foto: zvg
Stadt Lenzburg30.09.2026

Wein und Wirken der Ortsbürger Rebbauern-Vereinigung gefeiert

Ortsbürger Auf Ende des Jahres 2025 hatte die Ortsbürger Rebbauern-Vereinigung die Pacht des Rebbergs am Schlosshang an die Ortsbürgergemeinde zurückgegeben.
Der Stadtrat stand dem Einwohnerrat Rede und Antwort: Sven Ammann, Christina Roth, Andreas Schmid, Beatrice Taubert, Barbara Portmann.Foto: Leandra Sommaruga
Stadt Lenzburg30.09.2026

Ist das Budget «unehrlich»? Parlament feilscht um die Finanzen

Budget 2027 Am Donnerstagabend debattierte der Einwohnerrat über das Budget 2027. Die SP forderte eine «verantwortungsvollere» Planung und beantragte die…
Die brachliegende Rasenfläche am Heroweg: Hier soll ein weiterer Pocket-Park entstehen mit einem zweiten Baum, Heckenpflanzen, Totholzinseln und Ruderalflächen. Wer hilft mit?  Foto: zvg
Stadt Lenzburg30.09.2026

Ein weiterer Pocket-Park für Lenzburg

Biodiversität Die IG Klima-Zukunft Lenzburg erstellt im Oktober in Absprache mit der Stadt Lenzburg einen weiteren Pocket-Park und ist deswegen auf tatkräftige…