Erinnerungsreise durch Frankreich
Talentiert Im reformierten Kirchgemeindehaus in Lenzburg erwartet Liebhaber der klassischen Musik am 27. September ein besonderes Juwel: Der aus Lenzburg stammende Saxofonist Christian Kunz präsentiert mit der Pianistin Yilan Zhao das Programm Souvenir Sonore.

Souvenir Sonore heisst so viel wie klingende Erinnerung, und genau das ist die Idee hinter dem Programm», sagt Christian Kunz über das baldige Konzert. «Jedes Stück trägt auf seine eigene Art ein Stück Frankreich in sich.» Dabei dürfen sich die Konzertbesuchenden auf Stücke von Claude Debussy, Fernande Decruck und Sergej Prokofjew freuen. «Debussy ist natürlich der Inbegriff des französischen Impressionismus – seine Musik atmet Paris förmlich. Decruck war selbst Französin, ausgebildet und aktiv genau in dieser Pariser Musikszene.» Prokofjew habe fast 20 Jahre in Paris gelebt. Seine zweite Violinsonate komponierte er zwar erst nach seiner Rückkehr in die Sowjetunion, doch diese Pariser Prägung sei deutlich hörbar. «Für mich ist das Konzert deshalb wie eine kleine musikalische Reise durch verschiedene Erinnerungen. Deshalb dieser Titel.»
Musik als Lebensmittelpunkt
Mit seinen 24 Jahren kann der schweizerisch-dänische Saxofonist bereits auf einen spannenden Lebenslauf verweisen. Mit 17 Jahren begann er nach kantonaler Begabtenförderung für Saxofon und Klavier sein Studium an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). «Für mich drehte sich immer alles nur um die Musik. Von klein auf probierte ich verschiedene Instrumente und Stilrichtungen aus und spiele heute noch sehr gern Klavier», schildert Kunz seine Leidenschaft für die Musik. Ihm sei eine enorme Freude an der Musik angeboren. Hinzu gekommen seien als Schlüsselerlebnisse frühe Wettbewerbserfolge wie beispielsweise bei den Aargauer Musikwettbewerben. «Bei meiner ersten Teilnahme habe ich den ersten Preis mit Auszeichnung erhalten», erinnert sich der Saxofonist. «Das war der Anstoss, weiterzumachen und mehr zu erreichen. Damit kam zudem der Wunsch auf, das Saxofonspiel an einer Hochschule zu erlernen und mich von den Besten inspirieren zu lassen.» Sein Bachelorstudium schloss er in der renommierten Saxofonklasse von Professor Lars Mlekusch ab. Ebenso sein erstes Masterstudium in Musikpädagogik – beides mit Auszeichnung. Derzeit sei er mit seinem zweiten Masterstudium beschäftigt: Specialized Music Performance Solist. Für verschiedene Auftritte ist er regelmässig im In- und Ausland.
Gemeinsam auf der Bühne
Ende September steht er zusammen mit der ebenso talentierten Pianistin Yilan Zhao im reformierten Kirchgemeindehaus in Lenzburg auf der Bühne. Dazu Kunz: «Wir kennen uns von der ZHdK und haben bei verschiedenen Gelegenheiten und Projekten zusammen gespielt. Wir treten beide in unterschiedlichen Formationen auf, aber immer wieder gern gemeinsam.» Auch Yilan Zhao blickt auf eine beeindruckende musikalische Laufbahn zurück. «Ich habe mein Instrument an der Schule, wo mein Vater Lehrer war, entdeckt», berichtet sie. «Ich komme aus einem kleineren Dorf in Hunan in Zentralchina, wo es nicht viel klassische Musik gab.» Ein Sänger, mit dem sie chinesische Lieder gespielt habe, habe ihr Talent entdeckt und sie rudimentär unterrichtet. «Danach wurde ich mit zehn Jahren auf ein Musikinternat in Wuhan geschickt. Also kam diese Entscheidung sehr früh, dass Musik zu meinem Lebensmittelpunkt wird», beschreibt sie ihren Werdegang.
Sorgfältig ausgewähltes Repertoire
«Wir wählen gern beliebte, zueinander passende Werke aus, die sowohl von männlichen als auch weiblichen Komponisten geschrieben wurden», sagen die beiden. Wichtig seien ihnen Originalwerke für Saxofon und Klavier wie Decrucks Sonate und ausserdem gelungene Transkriptionen, die das Saxofon klanglich besonders zur Geltung brächten.
Zum Konzert in Lenzburg kam es zudem durch familiäre Bande: Margrit Müller vom Vorstand des Ökumenischen Forums Kultur erklärt, Christian Kunz sei der Sohn ihres Neffen. Seinen musikalischen Weg verfolge sie seit seiner Kindheit. «Es ist mir eine Freude, nach 15 Jahren Mitarbeit im Vorstand für mein letztes zu organisierende Konzert mit diesen beiden hochbegabten Musikern verantwortlich zu sein», sagt sie.
Ebenso gross ist die Vorfreude der beiden Musiktalente. Yilan Zhao kennt Lenzburg schon, da sie vor einem Jahr die Lenzburgiade gemeinsam mit Oliver Schnyder mit einem Mozart-Doppelkonzert eröffnete. «Es ist sehr schön hier und mit diesem imposanten Schlosshügel und dem verträumten kleinen alten Stadtkern wie aus einer anderen Zeit», beschreibt sie den Ort. Für ihn sei es eine besondere Freude, hier aufzutreten, sagt Christian Kunz. Schliesslich sei er in Lenzburg aufgewachsen, habe der Musikschule und dem Jugendmusikspiel viel zu verdanken. «In Lenzburg aufzutreten, ist deshalb stets etwas ganz Besonderes für mich», betont er.



