Wer gräbt beim «grossen Graben» das perfekte Loch?

Sarmenstorf Am letzten Samstag fand ein öffentlicher Wettkampf statt. Es ging darum, das perfekte Loch zu graben.

Graben, was das Zeug hält: Sandro Stettler und Raphael Lienhard. Foto: Andreas Walker
Graben, was das Zeug hält: Sandro Stettler und Raphael Lienhard. Foto: Andreas Walker

Es gibt viele Gründe, ein Loch zu graben. In der Regel erfüllt dieses Loch eine Funktion. In Sarmenstorf war «das Löchergraben» am letzten Samstag eine neue Sportdisziplin.

Der Theaterverein «ad hoc» Sarmenstorf lud an diesem Tag zu einem öffentlichen Wettkampf «Das grosse Graben» ein. 15 Teams gruben in jeweils 4 Minuten ein Loch auf der Wiese neben dem Werkhof Sarmenstorf.

Eine Experten-Jury bewertete Tiefe, Geometrie und Schönheit des Grabens sowie den Aushub und die Ordnung rund um das Loch. Verschiedene Zweier- und Dreierteams nahmen am Wettbewerb teil, wobei der Theaterverein die professionellen Grabwerkzeuge und Helme zur Verfügung stellte. Die Profi-Graber konnten sich in die Kategorie der «Speedbuddler» einschreiben. Sie hatten im Gegensatz zu den anderen Gruppen nur drei Minuten Zeit, um ein Loch zu graben, durften dafür aber einen Pickel benutzen.

Das sonnige und für die Jahreszeit warme Wetter lockte zahlreiche Schaulustige zu diesem skurrilen Anlass. Sie würdigten die im Eiltempo gegrabenen Löcher jeweils mit entsprechendem Applaus. Am Ende des Wettbewerbs wurden die Löcher wieder aufgefüllt. Auf gestapelten Paletten, die als Podest dienten, fand zum Abschluss die Siegerehrung statt. Als Medaille gab es ein rundes, flaches Guetzli zum Umhängen, worauf geschrieben stand: Super gmacht – BRAVO.

Christoph Widmer, Organisator und Ausrüster des Wettkampfes, war zufrieden und resümiert: «Es geht bei solchen Anlässen darum, dass die Teilnehmenden aktiv Spass an einer Sache haben, und dies wurde definitiv erfüllt.»

Da der Grabwettbewerb im Freien stattfand, unterlag er nicht der Zertifikatspflicht. In einem Unterstand gab es Sitzgelegenheiten, wo Glühwein und Bratwürste vom Grill genossen werden konnten. Ebenso war die Fasnachtsgesellschaft Variété mit ihrem Mehlsuppenwagen vor Ort.

Ein Dorf entdeckt die «Grabologie»

Der Wettkampf «Das grosse Graben» fand im Rahmen des Projekts «Grabenstorf» des Theatervereins «ad hoc» Sarmenstorf (Freilichtspiel «Sachsenmatt» 2010) statt.

Das Projekt «Grabenstorf» ist dorfintern gewachsen und bietet über 20 Kulturveranstaltungen inklusive grossem Freilichttheater. Christoph Widmer erklärt: «Der Höhepunkt des Projekts ist für den nächsten Sommer geplant – mit einem Freilichttheater in einem grossen Aushub mitten im Dorf. Die Premiere wird voraussichtlich im August 2022 stattfinden.»

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