Tischtennisclub: Mit Herzblut für die Junioren
Seon Der Tischtennisclub Seon feiert sein 50-jähriges Bestehen mit einem ersten öffentlichen Turnier. Während sich für den Nachwuchswettkampf bereits 25 Kinder und Jugendliche angemeldet haben, werden für das Plauschturnier der Erwachsenen noch Teilnehmende gesucht.
Der 1976 gegründete Tischtennisclub Seon erlebte in seiner Geschichte Höhen und Tiefen. Einst stand der Verein wegen Mitgliedermangels kurz vor der Auflösung – heute ist der Andrang so gross, dass für Erwachsene ein Aufnahmestopp gilt. «Tischtennis ist eine Sportart, die man spielen kann, sobald man auf den Tisch sieht – und bis ans Ende des Lebens», sagt Stéphanie Suter, Vizepräsidentin und Trainingsleiterin Kinder und Jugend, die seit vier Jahren aus dem Club nicht mehr wegzudenken ist. Der familiäre Verein eigne sich für fast alle Altersgruppen. Der jüngste Spieler ist aktuell 7 Jahre alt, der älteste fast 81 Jahre.
Vom Rollstuhl zum Tischtennis
Ihren Weg zum Tischtennis fand Stéphanie Suter durch einen Schicksalsschlag. Während ihres Reha-Aufenthalts lernte sie die Sportart im Rollstuhl kennen und suchte anschliessend nach einem Club in ihrer Nähe. Dank ihrer Eigeninitiative und Organisationsfreude wurde sie schon nach einem Jahr Vorstandsmitglied. Vor zwei Jahren begann sie mit der Nachwuchsarbeit und 3 Junioren – heute sind es 14 Kinder und Jugendliche.
Die Turnhalle ist rollstuhlgängig, Rollstuhlfahrer sind im Club willkommen. Auf die Frage, ob sie beim Spielen benachteiligt sei, antwortet sie mit Jein. «Man spielt anders, weil man nicht ums Eck rennen kann und mit dem Arm nicht bis zum Netz reicht – aber man kann sich ziemlich viel aneignen.» Stéphanie Suter nahm bereits zweimal an der Schweizer Meisterschaft teil und spielte gegen Spieler mit und ohne Rollstuhl. Trotzdem begegne man ihr häufig mit Berührungsängsten. Umso mehr freut es sie, dass es im Training mit den Kindern kein Thema ist. «Rollstuhl ist nicht Alien», sagt sie. Die Kinder lernen den Umgang mit einer Beeinträchtigung und helfen ihr gern beim Öffnen der Tür.
Tischtennis zwischen UNO und Puzzle
Mittlerweile unterrichtet sie Tischtennis sowohl im Verein als auch im Schulsport. Am Dienstag steht sie jeweils fünf Stunden in der Halle. Die Herausforderung sei, die Junioren auf ihren unterschiedlichen Spielniveaus abzuholen. Sie unterrichtet auf eine spielerische Art und Weise: Die Junioren müssen beispielsweise mit dem Ball passende UNO-Karten, Puzzleteile oder Klötze auf der anderen Tischseite treffen, um das Spiel zu bewältigen. Auch Rundlauf mit Stadt-Land-Fluss komme gut an. Stéphanie Suter kombiniert körperlichen Sport mit Hirnarbeit, um das Training interessant und abwechslungsreich zu gestalten.
Viel Einsatz fürs Jubiläumsturnier
Zum 50-Jahr-Vereinsjubiläum kam der Vizepräsidentin die Idee, ein erstes öffentliches Turnier ins Leben zu rufen. Das Wichtigste dabei sei immer der Spass.
Am Vor- und Nachmittag des 24. Oktober richtet sich das Kinder-Jugend-Turnier an 6- bis 18-Jährige ohne offizielle Tischtennislizenz. Hierfür gebe es bereits 25 Anmeldungen. Ob das Tischtennis-Plauschturnier für Erwachsene am Abend stattfindet, hängt von der Anzahl der Teilnehmenden ab. Derzeit brauche es dafür noch mehr Anmeldungen.
Viele Erwachsene würden sich nicht trauen, aus der Angst, sich zu blamieren – die Hemmschwelle sei gross. Stéphanie Suter ruft dazu auf, mutig zu sein. Seit Juni ist sie mit den Vorbereitungen beschäftigt, nun freut sie sich auf die Umsetzung.



