Ein Sportfest mit Energie, viel Unterstützung und einem Weltrekord

Seetal Zum 52. Mal zog der Hallwilerseelauf am Samstag leidenschaftliche Läuferinnen und Läufer ins schöne Seetal. Presseverantwortliche Franziska Hayoz zeigte sich erfreut: «Der Lauf ist seit Monaten ausgebucht.» Einen Weltrekord gab es obendrein: Luigia Giroud lief als erste Frau einen Halbmarathon in Feuerwehrausrüstung mit Atemschutz.

Am Schloss Hallwyl startet der 10-Kilometer-Lauf.Foto: Verena Schmidtke

Am Schloss Hallwyl startet der 10-Kilometer-Lauf.Foto: Verena Schmidtke

Flynn und sein Bruder Miles nehmen an einem der Schülerläufe teil.Foto: Verena Schmidtke

Flynn und sein Bruder Miles nehmen an einem der Schülerläufe teil.Foto: Verena Schmidtke

Weltrekordlauf: Luigia Giroud und ihr Begleiter Marco Zobrist auf der Strecke.Foto: Verena Schmidtke

Weltrekordlauf: Luigia Giroud und ihr Begleiter Marco Zobrist auf der Strecke.Foto: Verena Schmidtke

Hopp, hopp», riefen die Zuschauenden am Schloss Hallwyl laut, als eine Reihe Läuferinnen und Läufer zum Schlosshof einbog. Nicht wenige hatten Plakate dabei, auf einem stand «Wir sind stolz auf dich», auf einem anderen «Bei dir sieht es so einfach aus». Es herrschte eine beinahe ausgelassene Stimmung, selbst gelegentliche Regenschauer trübten die Stimmung nicht. Eine Gruppe unterstützte lautstark jeden vorbeilaufenden Teilnehmenden. «Wir warten auf unsere Kollegin», berichtete eine von ihnen. «Bis sie hier ist, jubeln wir für alle anderen.» Die Teilnehmenden freuten sich meist sichtlich über den Jubel – zuvor noch etwas abgekämpft, liefen sie mit einem breiten Lächeln am Schloss entlang weiter.

Ein Lauf mit Atmosphäre

Der Startschuss für den ersten Lauf fiel um 9 Uhr im Strandbad Beinwil am See in der Kategorie Nordic Walking über die Distanz von 21,1 Kilometern. «Uns geht es sehr gut vor dem Lauf», bekundeten Franziska und Evi bestens aufgelegt. Beide kommen aus Lenzburg und schätzen am Hallwilerseelauf die gute Erreichbarkeit. «Ausserdem ist die Jahreszeit prima», waren sie einer Meinung, «nun ist es nicht mehr so heiss. Die Organisation ist auch super.» Ein weiterer Pluspunkt sei die schöne Strecke, oft direkt am See. Das sahen Beatrice, Matthias und Hans-Peter ebenso: «Wir waren schon sehr oft dabei. Das Ambiente ist wunderbar.»

Zu den weiteren Kategorien zählten beispielsweise die Schülerläufe, die etwas oberhalb vom Strandbad ihren Zielpunkt hatten. Gleich beim ersten Lauf wollten die Brüder Miles und Flynn teilnehmen. Während ihre Mutter ihnen die Startnummern an den T-Shirts befestigte, erzählten sie, sie hätten schon dreimal am Hallwilerseelauf teilgenommen – zusammen mit ihrem Vater. «Heute laufen wir zum ersten Mal allein.» Deswegen seien sie ein bisschen aufgeregt.

Weltrekord unter Atemschutz

In ihrer eigenen Kategorie lief Luigia Giroud vom Atemschutz-Sportclub Schweiz (ASSCS): Als erste Frau bestritt sie die Halbmarathonstrecke in kompletter Feuerwehrausrüstung und unter Atemschutz in 3 Stunden, 28 Minuten und 38,8 Sekunden. Das Rekord-Institut für Deutschland bestätigte den Weltrekord. Erschöpft, aber überglücklich konnte die Sportlerin die Urkunde in Empfang nehmen. Zu ihren Bewegründen teilte sie vor dem Lauf mit: «2023 hatten wir einen Rekord im Halbmarathon in der Kategorie Männer aufgestellt. Bei den Frauen gab es diesen Rekord bisher nicht.» Der 2018 gegründete ASSCS habe einige Weltrekorde erzielt – stets unter realen Einsatzbedingungen, stets mit dem Anspruch, nicht nur sportliche Grenzen zu verschieben, sondern auf die tägliche Realität von Feuerwehrleuten aufmerksam zu machen. «Mich reizt vor allem, herauszufinden, wie weit ich gehen kann. Als Feuerwehrfrau weiss ich, wie streng ein normaler Einsatz unter Atemschutz ist», führte Luigia Giroud aus. «Damit 21 Kilometer zu laufen, ist für den Kopf mindestens so anspruchsvoll wie für die Beine.»

Seit Juni habe sie gezielt für den Hallwilerseelauf trainiert: «Neben den normalen Laufeinheiten war ich ab August immer wieder in voller Montur unterwegs, damit sich der Körper an das Gewicht, die Hitze in der Ausrüstung und das Atmen über die Maske gewöhnt.» Der ASSCS und seine Helfer hätten alles Nötige im Hintergrund organisiert, so habe sie sich voll und ganz auf ihren Lauf konzentrieren können. «Egal, welche Zeit am Ende herauskommt, ich weiss, dass am Ziel meine Familie, meine Freunde und der Verein auf mich warten und mich auffangen», sagte sie vor dem Lauf. «Und auf all diese Menschen freue ich mich am meisten am Ziel.»

Weitere Strecken am Lauf waren natürlich der beliebte Halbmarathon, der 10-Kilometer- sowie der Erlebnislauf,. Insgesamt gab es zehn Kategorien. Presseverantwortliche Franziska Hayoz erläuterte später: «Der traditionsreiche Klassiker rund um den Hallwilersee war trotz kühlem Wetter wiederum ein voller Erfolg. Insgesamt angemeldet waren 10 738 Läuferinnen und Läufer.» Ihr grosser Dank galt den vielen freiwilligen Helfern, ohne diese sei so ein Anlass nicht möglich. «Den Sieg im Halbmarathon sicherte sich bei den Herren Niclas Hofstetter», informierte Hayoz, «bei den Damen lief Aisling Ryan als Erste über die Ziellinie.»

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