Das Lächeln der Mona Lisa

Seetal Ist das Lächeln der Mona Lisa dasselbe wie jenes der Ginevra de’ Benci? Dieser und vielen weiteren Fragen widmete sich der Seetaler Poesiesommer in den vergangenen Wochen an verschiedenen Orten.

<em>Unterm Regenschirm statt im Ruderboot:</em> Die Seetalerin Anna Hitz las Gedichte aus ihrer Zweitheimat Schweden. Foto: zvg
<em>Unterm Regenschirm statt im Ruderboot:</em> Die Seetalerin Anna Hitz las Gedichte aus ihrer Zweitheimat Schweden. Foto: zvg

Der Da-Vinci-Forscher Angelo de Scisciolo aus Florenz machte im Atelier im Alten Pfarrhaus in Fahrwangen auf eine brisante These aufmerksam. Er sprach vom traurigen Lächeln der Ginevra de’ Benci und setzte die Bilder in Bezug zu Dokumenten im reichen Stadtarchiv zu Florenz.

Gemeindeammann Patrick Fischer überbrachte einen Willkommensgruss und gratulierte Leiter Ulrich Suter zum 20-jährigen Bestehen des Poesiesommers.

Im atmosphärischen Raum von Christiane Hinrichs erklang gar eine Uraufführung: Stefano Ghisleri aus Brescia komponierte zu Versen von Dante Alighieri eine Arie, die der Komponist und die Sängerin Cornelia Masciadri aus Hunzenschwil unter Applaus darboten. Leonardo Tonini aus Carpenedolo widmete sich der Auslegung von Dantes «Göttlicher Komödie». Dies als Hommage an Andreas Giovanni Scartazzini, der seinen letzten Lebensabschnitt als Pfarrer und versierter Dante-Forscher im Fahrwanger Pfarrhaus verbracht hatte.

Vibrierende Sprachgeflechte

Der Poesiesommer öffnete seine Türen aber nicht nur Richtung Süden, sondern verband im Schloss Hallwyl die Erfahrungen des New Yorker Theaterautors und Tänzers Yehuda Hyman, der die Gäste auf eine Spurensuche nach Jerusalem mitnahm, mit jenen der Lyrikerin Eva-Maria Berg aus Waldkirch. So entstand ein vibrierendes englisch-französisch-deutsches Sprachgeflecht.

Die Literaturwissenschafterin Anna Schaffner liess Begegnungen mit dem schwedischen Naturlyriker Lennart Sjögren lebendig werden. In musikalischem Schwedisch und Deutsch trug sie seine Gedichte vor, die in seiner Heimat Öland verankert sind.

In der Klosterherberge Baldegg eröffneten Françoise Matthey und die Übersetzerin Cornelia Masciadri dem Publikum einen neuen Zugang zur Gedankenwelt von Bruder Klaus. Es entstand eine Diskussion um die Schwierigkeiten des Übersetzens. Der am Poesiesommer gepflegte Sprachaustausch führt immer wieder zu diesen Fragen.

Schirm statt Ruderboot

Die Ruderbootlesung der örtlichen Autorin Anna Hitz musste in Beinwil am See wegen Wind und Regen heuer für einmal unter dem Regenschirm beziehungsweise am Restauranttisch stattfinden. (csn)

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