Wohnhaus aus Holzmodulen

Lenzburg In einer neuartigen Modulbauweise entsteht im Westquartier ein Wohnblock. Die Verantwortlichen sprechen vom «schnellsten Mehrfamilienhaus der Schweiz».

<em>Fertig vormontierte Zimmermodule «fliegen» ins Stahlgerüst:</em> Innovatives Wohnprojekt «Hello Lenzburg» im Westquartier. Foto: Fritz Thut
<em>Fertig vormontierte Zimmermodule «fliegen» ins Stahlgerüst:</em> Innovatives Wohnprojekt «Hello Lenzburg» im Westquartier. Foto: Fritz Thut

Zwar musste die Medienorientierung über die neue Bau-Methode «aufgrund von Bauverzögerungen» um einen Tag auf gestern Mittwoch verschoben werden, doch imposant bleibt die Bauzeit gleichwohl: An der General-Herzog-Strasse 43 in Lenzburgs Westen entsteht in nur fünf Monaten «Hello Lenzburg», ein innovatives und ökologisches Wohnhaus mit 20 Mietwohnungen. Die für solche Gebäude übliche Bauzeit wird um rund neun Monate unterboten.

Das Prinzip des neuartigen Hochleistungs-Hybridbausystems ist eigentlich einfach: Bei der auf Holzbau spezialisierten Firma Renggli AG im luzernischen Schötz werden die Wohnungen als Raummodule vollständig vorgefertigt. Die Bäder, Küchen, Türen, Fenster und Beläge sind bereits eingebaut, die Leitungen schon eingezogen.

Stahltragwerk erlaubt mehr Höhe

Parallel zur Produktion der Module wurde in Lenzburg das Untergeschoss erstellt. Im Gegensatz zu bisherigen Modulbauten kommt beim Lenzburger Pionierbau ein Stahlgerüst als Tragwerk zum Einsatz, was viele Vorteile hat: Lasten werden effizient durch die Stahlbauteile ins Fundament abgetragen. Dadurch sind höhere Gebäude möglich, weil die Module von oben nicht zusätzlich belastet werden.

«Die Komplexität wurde durch den entwickelten Hybrid-Systemansatz vereinfacht. Einzelne Bauelemente werden neu als ganze Systemkomponenten gefertigt», sagt Roman Hausammann vom Institut für Holzbau, Tragwerke und Architektur der Berner Fachhochschule (BFH), die das Projekt begleitet.

Die vorgefertigten Module werden mit Tiefladern angeliefert und können innert Stunden montiert werden. Da die Module im Innern bereits fertig sind, müssen diese nur noch in das Stahlgerüst eingesetzt, miteinander verbunden und an die Gebäudetechnik angeschlossen werden.

Dieses Hybridbausystem, welches im Rahmen eines Innovationsprojekts von Innosuisse entwickelt wurde, hat neben der vereinfachten und kompakten Bauweise weitere Vorteile: Der Bau ist deutlich schneller. «Dank Vorfertigung im Werk und computergestützter Produktion resultieren kürzere Bauzeiten in höherer Qualität», erklärte Max Renggli, CEO der Renggli AG.

Dies schlägt sich im Mietzins nieder. «Die Bauweise erlaubt es gerade uns langfristig denkenden Investoren, Mietwohnungen von schlechter Bausubstanz, bei denen sich eine Sanierung nicht mehr lohnt, durch preiswerten und modernen Wohnraum zu ersetzen», begründet Simon Haus, Leiter Asset Management beim Bauherrn, dem Axa-Versicherungskonzern, die Mitarbeit am Projekt.

«Hello Lenzburg», mit 20 Wohnungen mit zweieinhalb oder dreieinhalb Zimmern und ausgeführt im Minergie-A-Standard mit Photovoltaik-Anlage und Erdsonden-Wärmepumpe, ersetzt hier eine alte Liegenschaft der Axa. (tf)

Weitere Artikel zu «Hauptartikel», die sie interessieren könnten

Peter Buri
Hauptartikel24.06.2026

Steilpass

Salzkorn
Behutsam legt Gabriela Furter die Zeitung in Lukas Fischers Hände. Er zeichnet isch neu verantwortlich für den «Rechtstipp».Foto: Rinaldo Feusi
Hauptartikel24.06.2026

Nach fünf Jahren bekommt der Rechtstipp neue Autoren

In eigener Sache Seit 2021 schreibt Gabriela Furter die «Rechtstipps» dieses Titels. Da sie sich einen Lebenstraum erfüllt, gibt sie das Zepter an Lukas…
Leutwil und Dürrenäsch werden die Fusionsbestrebungen vertiefen.Foto:  Raphaël Dupain / CH Media
Hauptartikel17.06.2026

Leutwil und Dürrenäsch schreiten Richtung Traualtar

Leutwil Eine mögliche Fusion der beiden Gemeinden löste in Leutwil keine Diskussionen aus. Der Gemeinde ist ihre angespannte Situation bewusst.