Salzkorn: Impfdosen

Heiner Halder
Heiner Halder

Alles neu macht der Mai, nur das Wetter bleibt sich treu. So erweist sich die Grosswetterlage als Spielverderberin für die verlockenden Lockerungen der Pandemiespielregeln: Oft genug müssen wir die unnützen nassen Gassen und Terrassen fluchtartig verlassen. Gut, zeichnet sich ein weiterer Schritt Richtung Licht am Ende des Tunnels ab, wo uns die warmen Wirtshäuser sehnlichst erwarten.

Selbstverständlich bleiben die flankierenden Massnahmen. Weitsicht, Durchsicht, Vorsicht, Nachsicht, Umsicht, Rücksicht und Aufsicht sind die Basis auf dem Weg. Dank der Solidarität der Mehrheit der Mitmenschen, durchaus im eigenen Interesse, kommt die Impfkampagne rasch ins Rollen; Impfen ist in.

Not macht erfinderisch: Trotz allen Freiheiten geht es der Wirtschaft noch nicht gut genug. So tauchte dieser Tage auf dem Impfmarkt eine neue Marke auf, welche sowohl für die Herstellenden als auch die Konsumierenden für ihr Wohlergehen wirkt. Unter dem schlichten Label «Impfdose» wird eine 500 Milliliter fassende Dosis angeboten, welche auch von bereits traditionell Geimpften nicht via Oberarm, sondern mittels grosser Schlucke schmerzlos vereinnahmt wird.

Das Gebräu ist vollmundig, leicht verdaulich und kann nicht nur zweimal, sondern wiederholt zur Brust genommen werden. Trotzdem sind bei übermässigem Gebrauch auch Nebenwirkungen wie Übelkeit und Kopfweh sowie Suchtpotenzial möglich und deshalb für unter 17-Jährige verboten. Ein Selbstversuch des Unterzeichnenden in einer Impfstation im Bereich des Lenzburger Kleinvenedigs ist äusserst positiv verlaufen.

PS. Die handliche «Impfdose» wird unter dem Motto «Ein Bier für unsere Kultur» von der Brauerei Falken AG und einem Verein vertrieben. Der Erlös kommt «Geschädigten unserer Kunst, Kultur, Musik und Gastronomie» zugute. Na denn, Prost!

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