Salzkorn: Aus Alt mach Neu

Melanie Solloso
Melanie Solloso

Das Leben auf einer Insel ist anders als auf dem Festland. Als ich vor 13 Jahren zum ersten Mal nach Siargao kam, merkte man das schon an ganz alltäglichen Dingen. Es gab keine Autos, keine Bank, die einen Bargeldbezug mit internationalen Karten ermöglichte, und keinen Supermarkt. Dinge wie ganze Shampooflaschen (es gab nur Einmalhaarwaschenpäckli), Pasta, richtige Wurstwaren oder Käse konnte man entweder gar nicht kaufen oder nur auf der Nachbarinsel. Früher dauerte so eine Reise rund vier Stunden mit der Fähre.

Heute ist glücklicherweise alles einfacher geworden. Es gibt Schnellboote, gute Strassen, kundenfreundliche Banken, Supermärkte und wir haben Zugang zu Importprodukten. Und vor kurzem eröffnete auf der Insel der allererste Super-Grossmarkt. Mit einem Wägeli durch die Gänge streifen und von der Auswahl überwältigt sein ist mittlerweile auch hier möglich. Trotzdem merkt man noch den Unterschied zum Festland. Immer wieder gibt es Produkte, die über längere Zeit nicht lieferbar sind.

Was wir auch nicht haben, sind Möbelläden. Wenn man hier ein Möbel möchte, kauft man das Holz und lässt es schreinern oder man macht eine Reise auf die Nachbarinsel. Letzteres ist aus eigener Erfahrung nicht sehr lohnenswert. Die Auswahl an Fertigmöbeln ist klein und die Überführung umständlich. Aus diesem Grund sind alle unsere Möbel handgefertigt und selbst bemalt. Das Anmalen ist übrigens immer ein beliebtes Familienprojekt.

Kein Wunder, hat jedes unserer Stücke seine eigene Geschichte und damit auch einen sentimentalen Wert. Während wir in der Schweiz ohne viele Gedanken Möbel ersetzten, überlegen wir uns hier gut, was noch brauchbar ist. Als es beispielsweise kürzlich darum ging, den Kindern ein neues Bett zu beschaffen, haben wir kurzerhand entschieden, das alte umzubauen. So wurde aus Alt wieder Neu; und die Geschichte geht weiter.

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