Gespräche über Emotionen, Heimat – und Menschen

Birrwil Zum 10-Jahr-Jubiläum der Kulturserie «Erzähltal» fanden in der Mehrzweckhalle Gespräche rund um Heimatgefühle statt.

<em>Zahlreiche Zuhörer:</em> «Erzähltal»-Gesprächsrunden über projizierte Fotos, hier Cervelats, in der Birrwiler Mehrzweckhalle. Foto: Fritz Thut
<em>Zahlreiche Zuhörer:</em> «Erzähltal»-Gesprächsrunden über projizierte Fotos, hier Cervelats, in der Birrwiler Mehrzweckhalle. Foto: Fritz Thut

Was lockt fast 200 Personen mitten am Samstagmorgen in die Mehrzweckhalle? In Birrwil war dies ein Anlass innerhalb der Kulturserie «Erzähltal», die heuer bereits zum zehnten Mal stattfand. Angesagt war ein «Gespräch mit prominenten Persönlichkeiten aus der Region zu Emotionen und Heimat».

Den Auftakt machte der in Beinwil am See wohnhafte Schauspieler Clo Bisaz. Mit seinen Ausführungen zum Thema Heimat hatte er das Publikum schnell im Sack. Neben amüsanten Episoden aus der im Bündnerland verlebten Jugend tauchte hier bereits der Begriff «Cervelat, dieser Inbegriff des kulinarischen Heimatgefühls» auf.

Gesprächsleiterin Mani Sokoll liess zwei Quartette anhand von gross eingeblendeten Fotos über die Bereiche Emotionen und Heimat debattieren. Zu «Emotionen» äusserten sich neben Bisaz Sängerin Barbara Buhofer, Schriftsteller Martin Dean sowie Regisseur und Choreograf Simon Eichenberger.

Menschen werden vermisst

Im zweiten Teil, zum Thema Heimat, sassen Job-Coach und Entwicklungshelferin Gabi van der Molen, die Schriftsteller Karl Gautschi und Klaus Merz sowie Landwirt Ruedi Weber auf der Bühne. Hier thematisierte Sokoll die Nationalwurst erneut, als sie zum Auftakt Cervelats am Stecken über einem Feuer zeigte.

Satiriker Karl Gautschi vermisste auf dem Bild das andere Ende der Holzrute – die Menschen. Auch auf den folgenden Fotos kamen Menschen nicht oder nur am Rande vor. Zum Unmut von Gautschi: «Die soziale Komponente ist viel wichtiger als Landschaften.» «Menschen machen Heimat aus; da sind wir uns einig», fasste van der Molen die Stimmen auf dem Podest zusammen. Angesichts einer Skipiste formulierte es Klaus Merz so: «Schnee ist Schnee. Schnee von gestern hat mit Heimat zu tun. Mit Erinnerung. So gesehen haben wir alle viele Heimaten.»

Bio-Bauer und Ex-Grünen-Grossrat Ruedi Weber konnte den Satz «Heimat ist Geborgenheit» unterschreiben. Er, der abgesehen von einem Abstecher nach Freiburg im Breisgau, sein Heimatland nie verlassen hat, sagte: «Mein Kosmos hier reicht mir», und ergänzte im Schlusswort, dass man dort, wo man Wurzeln hat, bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.

Ruedi Weber war es, der zum Ende dieser interessanten und zwischendurch nachdenklich stimmenden Veranstaltung die Hymne des Bezirks Kulm, das Lied «Chomer Landsgmeind», anstimmte.

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