Stadt Lenzburg
02.03.2022

100 Jahre voller vereinigter Energie

Haben sich «voller Energie» zusammengefunden: SWL-Energie-Geschäftsführer Markus Blättler und Museum-Burghalde-Leiter Marc Philip Seidel am Start der Sonderausstellung. Foto: Fritz Thut
100 Jahre auf 68 Seiten: Titelseite der Chronik der Städtischen Werke Lenzburg. Foto: zvg

Haben sich «voller Energie» zusammengefunden: SWL-Energie-Geschäftsführer Markus Blättler und Museum-Burghalde-Leiter Marc Philip Seidel am Start der Sonderausstellung. Foto: Fritz Thut

Haben sich «voller Energie» zusammengefunden: SWL-Energie-Geschäftsführer Markus Blättler und Museum-Burghalde-Leiter Marc Philip Seidel am Start der Sonderausstellung. Foto: Fritz Thut
100 Jahre auf 68 Seiten: Titelseite der Chronik der Städtischen Werke Lenzburg. Foto: zvg

100 Jahre auf 68 Seiten: Titelseite der Chronik der Städtischen Werke Lenzburg. Foto: zvg

Ausstellung Am Sonntag startet das Museum Burghalde in der Dépendance Seifi die Sonderausstellung «Voller Energie». Sie ist Kernpunkt des Themenjahrs, das dem 100-Jahr-Jubiläum der Städtischen Werke gewidmet ist.

Von: Fritz Thut

Zwei Lenzburger Institutionen haben sich zu einer grossen Aktion zusammengefunden. Das Museum Burghalde und die SWL Energie AG (SWL) bieten unter dem vieldeutig interpretierbaren Begriff «Voller Energie» eine Fülle von Anlässen und Publikationen.

Kernpunkt ist die gleichnamige Sonderausstellung in der Dépendance Seifi, die am nächsten Sonntag «still», also ohne grosses Brimborium, beginnt. Am Sonntag, 22. Mai, findet dann ein grosses Fest für die ganze Familie statt.

Wie SWL-Geschäftsführer Markus Blättler an der Pressevorbesichtigung ausführte, hätte man schon viele Jubiläen rund um Energieträger in Lenzburg feiern können. Der aktuelle Anlass ist der vor 100 Jahren erfolgte Zusammenschluss der Wasser-, Elektro- und Gasversorgung zu den Städtischen Werken, einer unselbstständigen öffentlich-rechtlichen Anstalt der Einwohnergemeinde Lenzburg. Seit 2003 sind die SWL als Aktiengesellschaften organisiert.

Hängende Gärten, hohle Hand

Die Sonderausstellung folgt einem Wasserlauf zu verschiedenen Inseln, auf denen rund um Wasser und Energie viel Wissenswertes vermittelt wird. Begrüsst werden die Besucher von einem Stein, aus dem Goffersbergwasser sprudelt. Rund um dieses Bassin schweben hängende Pflanzen. «Sie symbolisieren die Natur als Ur-Energie», so Marc Philip Seidel, Leiter des Museums Burghalde und Kurator der Sonderausstellung.

Bei der zweiten Insel blubbert blau beleuchtetes Wasser in grossen Säulen, auf denen etwa Daten über den immensen Verbrauch dieses Elixiers nachzulesen sind. Gemäss Seidel führt die Ausstellungsreise auch entwicklungsmässig weiter: «An den nächsten Stationen kommt der Mensch immer mehr ins Spiel.»

Etwa beim Posten Ökotechnologie, wo das mit Fischkot angereicherte Abwasser eines Aquariums Salate unter Kunstlicht wässert und gleichzeitig düngt. Wieder lokaler wird die Geschichte bei der Wassernutzung. Entlang der Lebensader Aabach entstanden viele innovative Firmen, die den Namen Lenzburg bis heute in die Welt hinaustragen.

Am Schluss des Wasserlaufs reckt sich eine hohle Hand. «Ein Wink, der sagt: Du hast es in der Hand», so Seidel. Eine Pinnwand daneben lädt die Besucher zu Reaktionen und Anregungen ein. Der Dialog ist den Ausstellungsmachern eh wichtig. Marc Philip Seidel: «Wir wandeln zwischen Humor und Ernsthaftigkeit und wollen gerne da und dort ein Schmunzeln auslösen.»

Im Labor gleich nebenan können Wasser und Energie spielerisch erlebt werden. «Mit Experimenten wollen wir hier Kindern und der Öffentlichkeit Wissenschaft näherbringen», so Christine Möller vom Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel.

Zwei Publikationen

Parallel zur Ausstellung haben die Verantwortlichen vom Museum Burghalde und von der SWL Energie AG zusammen mit zahlreichen Autoren zwei Publikationen zusammengestellt. Der 184-seitige Band «Voller Energie» bietet gemäss Untertitel «Geladene Geschichte(n) – spannungsvolle Zukunft»: Der SWL-Geschäftsführer schildert da die Geschichte von der «Energie als Kraft der Veränderung» – global und lokal.

Andere Beiträge streifen nahezu alle Aspekte rund um den Begriff Energie, zurückgehend zur Urgeschichte, vorausblickend in die Zukunft mit Schwerpunkt auf die so genannte Energiewende.

Die Chronik der Jubilarin SWL ist in der Broschüre «100 Jahre Städtische Werke Lenzburg» auf 68 Seiten nachzulesen. «Das lässt sich nicht auf zehn Seiten zusammenfassen», sagte alt Stadtschreiber Christoph Moser, der in Archiven gestöbert und dabei viele Trouvaillen entdeckt hat.

Sonderausstellung «Voller Energie». Dépendance Seifi. – Dauer: 6. März bis 30. Dezember. – Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 14 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr. – Internet: www.vollerenergie.ch.