Im Gespräch
04.05.2022

Ein Flachmoor von nationaler Bedeutung praktisch vor der Haustüre

Im Seenger Ried: Matthias Betsche deutet auf den Erlenbruchwald hin, der eine Seltenheit darstellt. Foto: Hanny Dorer
Er hat die Übersicht: Der Storch hat sein Nest auf einem hohen Stamm gebaut. Foto: Fritz Thut
Heute eine Rarität: Das Grosse Wiesenvögelchen (Coenonympha tullia). Foto: Goran Dusei
Vom Aussterben bedroht: Der unscheinbare Kleinling (Anagallis minima). Foto: zvg

Im Seenger Ried: Matthias Betsche deutet auf den Erlenbruchwald hin, der eine Seltenheit darstellt. Foto: Hanny Dorer

Im Seenger Ried: Matthias Betsche deutet auf den Erlenbruchwald hin, der eine Seltenheit darstellt. Foto: Hanny Dorer
Er hat die Übersicht: Der Storch hat sein Nest auf einem hohen Stamm gebaut. Foto: Fritz Thut
Heute eine Rarität: Das Grosse Wiesenvögelchen (Coenonympha tullia). Foto: Goran Dusei
Vom Aussterben bedroht: Der unscheinbare Kleinling (Anagallis minima). Foto: zvg

Er hat die Übersicht: Der Storch hat sein Nest auf einem hohen Stamm gebaut. Foto: Fritz Thut

Im Seenger Ried: Matthias Betsche deutet auf den Erlenbruchwald hin, der eine Seltenheit darstellt. Foto: Hanny Dorer
Er hat die Übersicht: Der Storch hat sein Nest auf einem hohen Stamm gebaut. Foto: Fritz Thut
Heute eine Rarität: Das Grosse Wiesenvögelchen (Coenonympha tullia). Foto: Goran Dusei
Vom Aussterben bedroht: Der unscheinbare Kleinling (Anagallis minima). Foto: zvg

Heute eine Rarität: Das Grosse Wiesenvögelchen (Coenonympha tullia). Foto: Goran Dusei

Im Seenger Ried: Matthias Betsche deutet auf den Erlenbruchwald hin, der eine Seltenheit darstellt. Foto: Hanny Dorer
Er hat die Übersicht: Der Storch hat sein Nest auf einem hohen Stamm gebaut. Foto: Fritz Thut
Heute eine Rarität: Das Grosse Wiesenvögelchen (Coenonympha tullia). Foto: Goran Dusei
Vom Aussterben bedroht: Der unscheinbare Kleinling (Anagallis minima). Foto: zvg

Vom Aussterben bedroht: Der unscheinbare Kleinling (Anagallis minima). Foto: zvg

Boniswil/Seengen Als «einzigartige Perle» bezeichnet Matthias Betsche, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau, das Flachmoor am Ausgang des Hallwilersees. Das als Boniswiler Ried weitherum bekannte Gebiet gehört zum Teil zur Gemeinde Seengen.

Von: Hanny Dorer

Die Begeisterung von Matthias Betsche ist ansteckend: Auf einem Spaziergang durch das Seenger Ried macht er auf die enorme Artenvielfalt des Flachmoors aufmerksam, zeigt den Erlenbruchwald im Gebiet Risle und erzählt, welchen Raritäten man mit etwas Glück im Ried begegnen kann. So etwa dem eher unauffälligen Grossen Wiesenvögelchen, das nur noch in fünf Regionen der Schweiz vorkommt. Bei den Pflanzen zählt der unscheinbare Kleinling zu den schweizweit bedrohten Arten; er ist sehr selten und wird neben den prächtigen Orchideen gerne übersehen. Ein weiterer Bewohner ist die Europäische Sumpfschildkröte, die sich im Feuchtgebiet überaus wohl fühlt. Auch dem Storch gefällt es hier; hoch oben auf einem Baumstamm hat er sich seinen Horst eingerichtet. Dort kann man ihn beobachten, wenn er nicht gerade in den umliegenden Wiesen auf Futtersuche ist.

Es besteht Handlungsbedarf

«In den letzten 100 Jahren sind im Kanton Aargau rund 14000 Hektaren Feuchtgebiete durch Drainage und Trockenlegung verloren gegangen», erklärt Betsche. So liegt zum Beispiel das Seenger Moos heute um rund einen Meter tiefer als früher, wie die aus der Wiese herausragenden Drainagerohre zeigen. Eine Studie des Kantons Aargau habe ergeben, dass die noch verbleibenden Flächen zu klein sind, um die bestehende Tier- und Artenvielfalt zu erhalten. «Mit 1000 zusätzlichen Hektaren könnte man vorhandene kleine Feuchtinseln miteinander verbinden. Das Ried allein genügt nicht, es müssen Vernetzungen hergestellt werden. Diese sind auch für Tiere wichtig.»

«Gewässerinitiative» lanciert

«Die von WWF, Pro Natura, dem aargauischen Fischereiverband, dem Landschaftsschutzverband Hallwilersee, BirdLife Aargau und der Stiftung KLAS (Kulturlandschaft Aare-Seetal) unterstützte sogenannte Gewässerinitiative hat sich zum Ziel gesetzt, weitere Feuchtgebiete bereitzustellen, um die bestehenden Gebiete zu erhalten», erklärt Matthias Betsche. Zusammen mit Kurt Braun, Jonas Fricker, Kathrin Hochuli und Benno Stocker bildet er das Initiativkomitee.

Aus den gleichen Gründen reichte die FDP im Grossen Rat eine Motion ein, welche sich für die zusätzlichen 1000 Hektaren einsetzt.

Die Initianten sehen mehrere positive Auswirkungen bei Annahme der Initiative. So sollen weitere naturnahe Feuchtgebiete für einen besseren Schutz des Lebensraumes Wasser und für mehr Biodiversität sorgen. Mehr revitalisierte Gewässer sollen die ökologischen Folgen intensiv genutzter Flächen besser kompensieren. Zudem stellen revitalisierte Gewässer und intakte Feuchtgebiete einen besseren Hochwasserschutz dar.

«Für Amphibien zum Beispiel ist es wichtig, dass Wasser- und Landlebensräume vernetzt sind, da sie im Laufe des Jahres beide brauchen», erwähnt Betsche die Wichtigkeit von Vernetzungen. Diese tragen massgeblich zur Erholung der bedrohten Biodiversität bei. «Nicht zuletzt tragen wiederhergestellte Feuchtgebiete und Moore zur Klimaanpassung bei.» Dass Bäche und Flüsse beliebte Naherholungsgebiete für Menschen sind, ist ein weiterer Aspekt.

«Die 1000 Hektaren sollen prioritär dort ausgeschieden werden, wo bereits früher Feuchtgebiete waren», betont Betsche. «Ziel ist es, diese in den Richtplan aufzunehmen und die Umsetzung dieser zusätzlichen Flächen mit den Gemeinden und der Bevölkerung zu erarbeiten.» Die im Initiativtext formulierten Ziele sollen innert 20 Jahren erreicht werden.

Um das Seenger Ried für die Bevölkerung um eine Art Erlebnisried zu erweitern, schwebt Betsche hier der Rückbau des Dammes vor. «Mit der Einrichtung eines schlangenförmigen Weges durch das erweiterte Riedgebiet sollen den Besuchern an verschiedenen Punkten Einblicke in das Ried und spannende Naturerlebnisse vermittelt werden. Mensch und Natur würden von einem erweiterten Seenger Ried profitieren», ist er überzeugt.

Weitere Infos: https://gewaesser-initiative.ch.

Pro Natura Aargau ist am Flachmoor beteiligt

Das Flachmoor dehnt sich auf einer Fläche von rund 40 Hektaren aus. Davon besitzt Pro Natura 21336 Quadratmeter, also rund 2,1 Hektaren (16602 Quadratmeter auf Boniswiler und 4734 Quadratmeter auf Seenger Boden). Das Feuchtgebiet wurde 1986 mit dem Hallwilerseeschutzdekret zur Naturschutzzone erklärt. (do)

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